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14.09.2015

10:34 Uhr

Rückversicherertreffen in Monte Carlo

Jammern auf hohem Niveau

VonKerstin Leitel

PremiumNeue Konkurrenten setzen die Rückversicherer unter Druck. Die Kunden sitzen bei den Vertragsverhandlungen am längeren Hebel und die Preise sinken. Ein Großschaden könnte das ändern.

Alljährlich trifft sich die Rückversicherungsbranche in dem Stadtstaat. Neue Konkurrenten drücken die Renditen. ap

Monaco

Alljährlich trifft sich die Rückversicherungsbranche in dem Stadtstaat. Neue Konkurrenten drücken die Renditen.

Monte CarloNein, in Feierlaune sind sie nicht, die Herren auf dem Podium des Luxushotels Metropole in Monte Carlo. Mit ernster Miene berichtet Alex Moczarski, Chef des Versicherungsmaklers Guy Carpenter, wie sie die Perspektiven für die globale Rückversicherungsbranche einschätzen: nicht gut. 

Zum 59. Mal trifft sich in dem Stadtstaat die Branche, die Versicherungen große Risiken abnimmt. Das Wetter vor Ort entspricht der Stimmung: In der Nacht zu Sonntag tobte ein heftiges Gewitter, es regnete in Strömen, die Straßen Monacos sind voller Pfützen. Das Umfeld für die Rückversicherungsbranche sei „eindeutig eine Herausforderung“, sagt Moczarski.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Eine Einschätzung, die man überall in den edlen...

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