Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2017

15:59 Uhr

Antwort auf Blackrock-Kritik von FDP

Kampf dem Neofeudalismus

PremiumDie FDP gefährde die Anleihemärkte, kritisiert der US-Vermögensverwalter Blackrock. Michael Theurer, Europaabgeordneter der Liberalen, sieht darin eine gefährliche Einmischung in den Wahlkampf. Ein Gastbeitrag.

Die neuen Feudalherren kommen nicht mit Heeren, sie kommen mit Heerscharen von Analysten. dpa

Michael Theurer

Die neuen Feudalherren kommen nicht mit Heeren, sie kommen mit Heerscharen von Analysten.

Dass amerikanische Wall-Street-Riesen öffentlich so etwas wie Empfehlungen für die Bundestagswahlen abgeben, ist eine gefährliche Neuerung des Wahljahrs 2017. Blackrock, eine billionenschwere Kapitalsammelstelle, hat dies relativ unverblümt gemacht und warnt vor der Euro-Politik der Liberalen.

Dass der schwarze Riese die harte, stabilitätsorientierte Haltung der FDP nicht teilt, ist nur konsequent. Die Wall-Street-Fonds gehören zu den Profiteuren der ultralockeren Geldpolitik. Die Zeche zahlen andere: die Sparer, die Lebensversicherungen, die privaten Banken, die Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Die FDP will, dass der Zinsmechanismus wieder in Kraft gesetzt wird. Der Nullzins verzerrt Investitionsentscheidungen und untergräbt das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft. Wenn der Zins...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

13.09.2017, 16:35 Uhr

Sehr geehrter Herr Theurer,

ich plädiere dafür, die hochemotionale und aus dem Ruder gelaufene Diskussion auf ihren sachlichen Kern zurückzuführen. Um was geht es denn?

Das Beispiel Griechenland zeigt, dass sich einzelne EU-Länder so stark überschulden können, dass sie sie sich auf dem freien Kapitalmarkt nicht mehr finanzieren können. Sie haben dann nur zwei Möglichkeiten: Sie können entweder einen Bankrott ihres Staates anmelden. Oder darauf hoffen, dass die EU-Partner ihnen mit Steuergeldern zu Hilfe kommen, die sie wahrscheinlich nie zurück bezahlt erhalten.

Aus meiner Sicht ist dies eine eminent politische Entscheidung, bei der in einer Koalitionsregierung selbstredend beide Partner ihre Meinung einbringen sollten und eine einheitliche Meinung gefunden werden muß.

Aber neben der Regierung, die die Entscheidungsverantwortung hat, gibt es in unserer Gesellschaft noch Millionen von Bürgern und Institutionen. Sehen Sie Ihnen nach, dass Sie von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen und dabei oft auch dummes Zeug reden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×