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30.05.2017

08:22 Uhr

Gastbeitrag der Ökonomin Dalia Marin

Gegen den Verfall der Lohnquote

VonDalia Marin

PremiumDie Wettbewerbspolitik muss für das digitale Zeitalter neu erfunden werden, wenn die entstandene Ungleichheit zwischen Kapital und Arbeit aufgehalten werden soll. Die G20 sollte dafür ein globales Wettbewerbsnetzwerk knüpfen. Ein Gastbeitrag.

Dalia Marin ist Professorin für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie erreichen sie unter: gastautor@handelsblatt.com privat

Die Autorin

Dalia Marin ist Professorin für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie erreichen sie unter: gastautor@handelsblatt.com

Wir sehen einem neuen digitalen Zeitalter entgegen, in dem der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit wieder stärker in den Blickpunkt geraten wird. Seit Mitte der 80er-Jahre fällt der Anteil der Lohneinkommen am Bruttosozialprodukt. Es gab eine numerische Regel, wie das Volkseinkommen einer Volkswirtschaft aufgeteilt wird: 70 Prozent des Volkseinkommens verteilen sich auf die Lohneinkommen und 30 Prozent auf die Kapitaleinkommen. Diese Aufteilungsquote war in der Nachkriegszeit konstant.

John Maynard Keynes sprach bereits von einem „ökonomischen Wunder“. Diese Aufteilungsregel gilt nicht mehr. Seit Mitte der 1980er-Jahre ist die weltweite Lohnquote auf 58 Prozent gesunken und der Kapitalanteil auf 42 Prozent gestiegen.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

30.05.2017, 17:05 Uhr

Ich wüßte niemand auf dieser Welt, der sich für die "Lohnquote" interessieren würde. Hinter diesem volkswirtschaftlichen Begriff steht die abstrakte Vorstellung, es gäbe 2 Produktionsfaktoren, die mit "Arbeit" und "Kapital" bezeichnet werden. Die "Lohnquote" ist die Entlohnung des Produktionsfaktors "Arbeit". Alles in allem gesehen eine höchst abstrakte und sinnentleerte Betrachtung.

Tatsächlich von Interesse ist allein die "personelle" Einkommensverteilung, bei der man die Haushaltseinkommen betrachtet. Dabei entdeckt man beispielsweise, dass Arbeiter nicht nur Lohn erhalten, sondern in nicht geringem Umfang auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünfte und Sozialleistungen. Man entdeckt weiter, dass es auch Rentner gibt, die überhaupt kein Lohneinkommen haben, sondern nur ihre Rente. Und man entdeckt ferner, dass die bösen Kapitalisten in aller Regel in ihrem Betrieb arbeiten, dass sie schwerpunktmäßig Arbeitseinkommen und nur zu einem Teil Unternehmensgewinne beziehen.

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