Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.05.2017

12:03 Uhr

Marcel Fratscher zur Finanzpolitik

Deutsche Doppelmoral

PremiumDeutschland sitzt finanzpolitisch auf einem zu hohen Ross. Die Bundesregierung fordert Reformen von seinen EU-Nachbarn – hält sich aber selbst nicht an die Regeln. Das ist schädlich für ganz Europa. Ein Gastbeitrag.

Marcel Fratzscher leitet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und ist Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie erreichen ihn unter gastautor@handelsblatt.com. dpa [M]

Der Autor

Marcel Fratzscher leitet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und ist Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie erreichen ihn unter gastautor@handelsblatt.com.

Die Empörung in Deutschland über die Weigerung der EZB, ihre expansive Geldpolitik zu beenden, nimmt wieder zu und wird sich wohl auch nach der nächsten EZB-Entscheidung Anfang Juni weiter verschärfen. Die Wirtschaft brummt doch, die Inflation steigt, und die Risiken werden geringer, so die Wahrnehmung vieler in unserem Land. Stimmt das? Handelt die EZB falsch, und ist sie gar an vielen Problemen schuld, wie unserem Handelsüberschuss, wie von manchen behauptet? Oder ist die deutsche Kritik zu sehr auf die kurzfristigen eigenen Interessen ausgerichtet?

Es ist zu früh, die geldpolitischen Zügel anzuziehen, denn die Wirtschaft der Euro-Zone ist heute...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

29.05.2017, 17:35 Uhr

Eigentlich sollte unstrittig sein: Der deutsche Leistungsbilanzüberschuß geht zurück auf die herausragende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Wollte man den Leistungsbilanzüberschuß vermindern, müßte man die Kosten der Unternehmen in die Höhe treiben. Beispielsweise durch höhere Lohnabschlüsse oder durch höhere Unternehmenssteuern.

Aber nun kommt Herr Fratscher. Er glaubt entdeckt zu haben, dass "Deutschlands große Investitionsschwäche" verantwortlich für den Handelsüberschuß ist. Fratscher denkt dabei an die privaten Investitionen. Also müßten unsere Firmen viel mehr als bisher investieren. Kann das denn stimmen?

Ich meine: Investitionen in Forschung und Entwicklung und in die Modernisierung der Produktionsanlagen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Die gleiche Wirkung haben Investitionen in neue Produkte. Wie wir mit noch höherer Wettbewerbsfähigkeit unserer Firmen den deutschen Leistungsbilanzüberschuß vermindern, bleibt das Geheimnis von Herrn Fratscher.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×