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30.05.2017

06:15 Uhr

Expertenrat – Gregor Gysi

Schulz muss springen

VonGregor Gysi

PremiumNach der Anfangseuphorie ist Martin Schulz vieles schuldig geblieben. Der SPD-Kanzlerkandidat muss sich nun entscheiden: Will er als Steinbrück 2.0 enden oder noch eine Chance haben? Und vor allem muss er etwas wagen.

Die Wähler wenden sich ab. dpa

SPD-Kanzlerkandidat Schulz

Die Wähler wenden sich ab.

Man könnte es für eine Nebensächlichkeit halten, doch der Wechsel des Mottos der SPD-Kampagne zu den Bundestagswahlen wirft ein Schlaglicht auf das Grundproblem der Sozialdemokratie. Wer aus „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ mal eben „Mehr Zeit für Gerechtigkeit“ macht, zeigt vor allem, dass er sich selbst nicht über den Weg traut. Da brauchte es das Ankündigungschaos rund um die Vorstellung des SPD-Wahlprogramms schon gar nicht mehr, um zu konstatieren: Mit solcher Halbherzigkeit und Mutlosigkeit kommt man schwerlich ins Kanzleramt. Kein Wunder also, dass die Umfragewerte weiter bröckeln.

Dabei hatte es für Martin Schulz sehr gut angefangen, wenngleich er unvorbereitet...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

30.05.2017, 15:59 Uhr

Gregor Gysi unterstellt, die Wähler hätten den Willen, die Politik grundlegend zu verändern. Für die Wähler der Linken mag dies zutreffen. Bei ihnen herrscht der feste Glaube, "die Reichen sollen zahlen, wir selbst legen die Hände in den Schoß".

Aber bei der großen Mehrheit der Wähler ist der Veränderungswille gering. Ein paar kleine Änderungen im Stile einer teilweisen Rückabwicklung der Agenda 2010 mag die Mehrheit der Wähler gut heißen. Aber eine totale Veränderung der Republik im Sinne linken Gedankenguts ganz sicher nicht.

Deshalb kriegen die Leute einen Schock, wenn Martin Schulz bei seinen Wahlkampfauftritten erzählt, "ich will Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden". Jeder weiß, dass dies nur beim dem Schreckgespenst einer rot/rot/grün-Koalition möglich ist. Eine ganz andere Republik ist für die meisten Wähler ein Albtraum.

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