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28.06.2017

11:37 Uhr

Expertenrat – Nora Heer

Macron, Bibi und die französische Lust auf Veränderung

VonNora Heer

PremiumMacron hat das französische Volk im Sturm erobert. Seine Frau spielte dabei eine zentrale Rolle. Zusammen stehen sie für ein Frankreich, wie wir es schätzen und lieben gelernt haben. Nun brauchen sie schnell Erfolge.

Konventionen sind den beiden egal. Reuters

Emmanuel Macron mit seiner Frau bei der Stimmabgabe für die Parlamentswahl

Konventionen sind den beiden egal.

Veränderung, neudeutsch Change, ist uns Menschen eher nicht geheuer. Für manche Menschen ist Neues zwar gleichbedeutend mit Lust, Neugierde und Nervenkitzel. Unsere Evolution hat uns aber in der Tendenz so geprägt, dass wir Veränderung kritisch registrieren. Unsere Wahrnehmung ist stark darauf ausgerichtet, Veränderungen zu identifizieren und sofort auf ihre mögliche Bedrohung und Gefahr hin zu bewerten.

Schaut man sich die jüngere Geschichte Frankreichs an, dann muss dieser Reflex dort besonders verbreitet sein. Das politische Geschehen in dem zentralistisch verwalteten Land war in den vergangenen Jahren, gar Jahrzehnten geprägt von zäher bis aggressiver Besitzstandwahrung. Das beste Beispiel hierfür ist der wahllos...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

28.06.2017, 12:41 Uhr

Sehr geehrte Frau Heer,

reden wir beispielhaft einmal über französische "Reformen des Arbeitsmarktes". Aus meiner Sicht ist es sehr wahrscheinlich, dass Gewerkschaften und Arbeitnehmer jahrzehntelang gewohnte Besitzstände mit Zähnen und Klauen verteidigen werden.

Die französische Regierung wird somit über viele Wochen hinweg Streiks ertragen müssen. Sie braucht somit ein dickes Fell und die Bereitschaft, längere Arbeitskämpfe und deren Schäden zu ertragen. Aber selbst die höchste Kampfbereitschaft garantiert keiner Seite den Sieg.

Entscheidend ist vielmehr die "politische Auseinandersetzung". Das bedeutet, dass Befürworter und Gegner von Arbeitsmarktreformen mit Argumenten kämpfen. Beide versuchen, die Mehrheit der Arbeitnehmer von der Richtigkeit ihres Standpunktes zu überzeugen. Die Auseinandersetzung gewinnen wird, wer die Mehrheit überzeugt und hinter sich bringt. Das ist vergleichbar mit einem Wahlkampf, wobei jedoch an dessen Ende keine Stimmzettel abgegeben werden.

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