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03.07.2017

10:43 Uhr

Expertenrat – Constanze Hintze

Vermögensanlage – das Märchen von der Streuung

VonConstanze Hintze

PremiumWer sein Vermögen breit streut, nutzt die Chancen und gleicht Risiken aus. Doch was heißt das, wenn Finanzmärkte global vernetzt sind und sich gegenseitig beeinflussen? Sollte Diversifikation anders interpretiert werden?

Der Grundsatz der Diversifikation von Anlagegeldern gilt weit über das Wertpapierdepot hinaus. dpa

Gold und Geld

Der Grundsatz der Diversifikation von Anlagegeldern gilt weit über das Wertpapierdepot hinaus.

Eine der unumstößlichen Regeln der Vermögensanlage ist der Grundsatz der Diversifikation, also der Streuung. Wer sein Vermögen breit streut, heißt es, nutzt Chancen überall und gleicht Risiken aus. Im Wesentlichen ist das die Kernaussage der Modernen Portfoliotheorie, deren Erfinder Henry Markowitz dafür den Nobelpreis im Bereich Wirtschaftswissenschaften erhielt. Das Kennzeichen dieser Überlegung ist, dass Investments auf verschiedene Regionen, Branchen und Themen verteilt werden. Diese Bereiche verhalten sich dann so zueinander, dass die Verlustrisiken der einen Geldanlage mit guten Ergebnissen der anderen ausgeglichen werden. Man bezeichnet dieses Beziehungsgeflecht auch als Korrelation.

Was spricht also dagegen, sein Vermögen zu gleichen Teilen auf...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

03.07.2017, 12:39 Uhr

Sehr geehrte Frau Hintze,

Markowitz und die Streuung - schön und gut. Aber wenn ich diversifizieren will, muß ich von den verschiedenen Anlageklassen sehr viel verstehen. Sich überall bestens auskennen und Erfahrungen haben, überfordert jeden. Soll ich Diamanten oder Oldtimer kaufen, obwohl ich davon überhaupt nichts verstehe? Dass solche Investments schief gehen, liegt auf der Hand.

Ein anderer Punkt: Unsinnig ist auch, dass ich wegen des Streuungsgebots in maßlos überteuerte Anleihen oder stark überteuerte Immobilien investiere. Dass man in Blasen hinein nicht investiert, sollte eigentlich jeder wissen. Etwas weniger scharf formuliert: Jedes Investment muß selbstverständlich einen positiven Ertrag bringen. Wenn Verluste drohen, stecke ich das Geld lieber in die Matraze. Das gilt auch für die von Ihnen angesprochene Lebensversicherung, bei der mein Geld praktisch renditelos für Jahrzehnte in einem schwarzen Loch verschwindet.

Es ist unschwer herzuleiten, dass bei einem wirklichen crash alle Anlageklassen mit in die Tiefe gezogen werden. Wenn es wirklich zu einem crash kommt, schützt nur Bargeld vor Verlusten. Und bietet zudem noch die Möglichkeit, billig einzukaufen.

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