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30.05.2017

12:23 Uhr

Analyse zu transatlantischen Beziehungen

Europa allein zu Haus

VonTorsten Riecke

PremiumEs wäre verfrüht, die transatlantische Allianz schon abzuschreiben, nur weil im Weißen Haus ein Poltergeist sitzt. Im Gegenteil: Der Frust über Trump könnte für Europa zu einem heilsamen Schock werden. Eine Analyse.

Frustrierte Merkel nach G7-Gipfel

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Frustrierte Merkel nach G7-Gipfel: „Jetzt müssen wir für uns selbst sorgen“

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War es wirklich nur der Frust? Die Aussage von Angela Merkel, Europa könne sich nicht mehr unbedingt auf andere (sprich: die USA) verlassen und müsse sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, sorgte am Montag weltweit für Schlagzeilen. Aus den Worten der Kanzlerin spricht sicher viel Enttäuschung darüber, dass sie mit dem US-Präsidenten Donald Trump bei so wichtigen Themen wie Nato, Klimaschutz und Handel keinen gemeinsamen Nenner finden kann.

Merkel neigt jedoch nicht dazu, sich von einer Bierzelt-Atmosphäre zu unbedachten Äußerungen hinreißen zu lassen. Vielmehr gesteht die Kanzlerin nüchtern ein, dass aus europäischer Sicht mit Trump wohl kein...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

30.05.2017, 14:06 Uhr

Sehr geehrter Herr Riecke,

vom Tenor her teile ich Ihre Auffassungen. Mit ins Bild gehört aber auch, dass die USA politisch, wirtschaftlich und militärisch eine Weltmacht sind. An ihrer Übermacht kommt kein anderes Gebilde vorbei. Weder Russland noch China noch eine erstarkende EU können der Supermacht Paroli bieten. Auch wir Europäer müssen mit ihr leben und tun sicher gut daran, die transatlantische Freundschaft und Allianz zu bewahren. Auch wenn es schwer fallen mag.

"Unser Schicksal in die eigene Hand nehmen?". Ich glaube nicht, dass die Europäer mit einem Vorantreiben Ihres Einigungsprozesses (z.B. gemeinsame Verteidigung) der Übermacht der USA begegnen können. Erforderlich ist vielmehr, dass die Europäer ihre Standpunkte und Interessen bündeln und mit viel mehr Nachdruck gegenüber den USA vertreten.

"Partnerschaft einfordern" kann sich nicht auf Verhandlungen und den Abschluß von Abkommen beschränken. Politik ist stets die Suche nach Mehrheiten. Sie ist ein Prozeß, in dem mit Argumenten gefochten wird, um die Mehrheit der Bürger von der Richtigkeit eines Standpunktes zu überzeugen. Ein Beispiel dafür ist der Klimaschutz. Wir Europäer haben für dieses Anliegen viele gute Argumente. Bombardieren wir damit doch unablässig und unnachgiebig unseren Großen Bruder. Auch Amerikaner hören gerne Argumente.

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