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04.10.2017

16:45 Uhr

Kommentar zu Katalonien

Eine wahrhaftige Rebellion

VonSandra Louven

PremiumSpanien ist auf dem besten Weg, der nächste europäische Krisenherd zu werden. Das Land, das sich mit beherzten Wirtschaftsreformen aus der tiefen Rezession gearbeitet hat und mit enormem Tempo wächst, befindet sich mitten in einer schweren Staatskrise.

Der Streit treibt einen tiefen Keil in die katalanische Gesellschaft. dpa

Anhänger der Unabhängigkeit Kataloniens bei der Demo

Der Streit treibt einen tiefen Keil in die katalanische Gesellschaft.

Wochenlang hatte die spanische Regierung versichert, dass sie das illegale Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien verhindern werde. Das ist ihr nicht nur misslungen. Mit dem brutalen Polizeieinsatz gegen Wähler hat sie der Bewegung der ohnehin bis in die Haarspitzen motivierten Separatisten zudem einen enormen Schub verpasst. Die fühlen sich nun gestärkt und in ihrer Abwehr gegen Madrid bestätigt.

Das Gefährliche an der Entwicklung ist, dass sich der politische Konflikt auf die Straße verlagert hat. Es hat sich in Katalonien eine hochexplosive Stimmung entwickelt, für die nur noch ein Funke fehlt, damit sie sich entlädt.

Wütende Separatisten protestieren seit Sonntag vor Hotels, in...

Kommentare (2)

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Frau Edelgard Kah

04.10.2017, 17:55 Uhr

Sehr geehrte Frau Louven,

offen bleibt bei allen Erörterungen die Frage, wie die Kuh wieder vom Eis gebracht werden soll. Wenn dies ohne tiefe Verletzungen geschehen soll, bedarf es freundlicher Worte von beiden Seiten. Das ist das Gegenteil von gegenseitigen Beschimpfungen.

Ich werbe für einen Kompromiß. Dessen Inhalt müssen die Kontrahenten selbst finden. Aber dass aus den Autonomiebestrebungen ein Untergang Spaniens resultieren könnte, liegt außerhalb meines Vorstellungsvermögens.

Natürlich ist es schwierig, mit Gesprächen überhaupt zu beginnen. Ein Moderator wäre sicher hilfreich. Wer kennt einen ehrlichen Makler, den beide Seiten akzeptieren?

Herr Harald Lieder

05.10.2017, 13:53 Uhr

Auch die Regierung unter Rajoy hat in der Sache keinen guten Job gemacht und hätte kritischere Worte im Artikel verdient.
Es war ja klar, dass das Vorgehen der Separatisten verfassungswidrig ist: aber sollte ein Regierungschef nicht Deeskalation betreiben, statt seinerseits von "Inszenierung" zu reden und dann Polizisten zu schicken?
Wie richtig beschrieben, gäbe es viele Möglichkeiten für Kompromisse. Und es hat viele und günstigere Zeitpunkte gegeben, sie als Verhandlungsgegenstände zu verwenden.
Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen ...

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