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05.07.2017

10:38 Uhr

Kommentar zum G20-Treffen

Gipfel gegen die Trumpisierung

VonJens Münchrath

PremiumDonald Trump macht den G20-Gipfel für Angela Merkel unkalkulierbar. Der Versuch, die USA zu isolieren, wäre trotzdem ein großer Fehler. Amerika ist und bleibt auch unter Trump eine unverzichtbare Nation. Ein Kommentar.

Amerika ist und bleibt auch unter Trump eine unverzichtbare Nation. AFP/Getty Images

Demo-Plakat mit Trump-Konterfei vor dem Hamburger Rathaus

Amerika ist und bleibt auch unter Trump eine unverzichtbare Nation.

Die Welt zu Gast bei Angela. Schöne Bilder mit den Mächtigen der Welt in der weltoffenen Metropole Hamburg – so hat sich die Bundeskanzlerin das wohl ausgemalt, als sie den G20-Gipfel kurz vor die Bundestagswahl setzte. Tatsächlich liefern solche Treffen in der Regel kaum mehr als das: eine Kulisse, die nicht selten für innenpolitische Zwecke missbraucht wird, und ein wachsweiches Abschlusskommuniqué. 

Doch dieser Gipfel ist anders: Er ist von solch politischem Gewicht, dass nicht einmal die Vermutung allzu verwegen erscheint, die Bundestagswahl könne dagegen verblassen. Es geht nicht nur um inhaltliche Themen wie Freihandel, Klimawandel oder den Kampf gegen den Terror – alle für sich...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

05.07.2017, 12:31 Uhr

Sehr geehrter Herr Münchrath,

fast jeden Ihrer Sätze könnte ich unterschreiben. Aber kommen Sie auch zu einem Ergebnis?

Richtig ist sicher, dass die USA die politische, wirtschaftliche und militärische Führungsmacht der westlichen Demokratien war. Richtig ist auch, dass diese Demokratien unentwegt mit der amerikanischen Administration reden und für ihre Werte werben müssen. Insoweit sind wir wahrscheinlich einer Meinung.

Aber einzukalkulieren ist auch, dass es zwischen den USA und den Ländern der EU in vielen wichtigen politischen Fragen zu einem dauerhaften Dissenz kommen kann. Ein Beispiel dafür ist die Handelspolitik. Ein anderes Beispiel ist das Pulverfaß Naher Osten. Dass mit einer großangelegten Aufrüstung der Saudis und einer drohenden Haltung gegenüber dem Iran der Friede bewahrt werden kann, glaubt wahrscheinlich nicht einmal Donald Trump.

Und wir Europäer? Sollen wir unsere Werte und politischen Überzeugungen in die Tonne treten und uns zum Vasallen von Donald Trump erklären? Unsere Kanzlerin scheint anderer Meinung zu sein. Sie spricht davon, wir müßten unser Schicksal in die eigene Hand nehmen. Wenn wir dazu bereit wären und nur dann, müßte Donald Trump um seine Führungsrolle fürchten. Die Furcht, ohne Freunde und Verbündete dazustehen, ist der Stoff, aus dem Kompromisse entstehen.

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