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31.07.2017

11:08 Uhr

Kommentar zur Autoindustrie

Geregelter Abschied vom Verbrenner

VonGrischa Brower-Rabinowitsch

PremiumDer Dieselskandal ist für BMW, Volkswagen und Co. auch eine Chance, Weichen für die Zukunft zu stellen. Doch es braucht ein realistisches Ausstiegsszenario. Dafür müssen die Autohersteller Einsicht zeigen. Ein Kommentar.

Der Verbrennungsmotor ist von einer Jahrhunderttechnologie zu einer Übergangstechnologie geschrumpft. dpa

Autos auf der Schrottpresse

Der Verbrennungsmotor ist von einer Jahrhunderttechnologie zu einer Übergangstechnologie geschrumpft.

Die Tricksereien und Kungeleien der Autoindustrie haben Deutschland in eine Art kollektiven Erregungszustand versetzt. Doch die Häufung der Skandale bietet auch eine Chance, Weichen zu stellen. Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von der Autoindustrie ist ausgesprochen groß, einige Millionen Arbeitsplätze, die direkt und indirekt an ihr hängen, zeigen das eindrucksvoll. Also müssen wir uns in den Tagen der Krise dieser Branche über die Zukunft der Autobauer gesamtgesellschaftlich Gedanken machen. Eine Branche, die so am Rande der Legalität laviert und sich in eine ungewisse Zukunft managt, braucht besonders klare Rahmenbedingungen und strenge Regeln, die hartnäckig überprüft werden. Das zeigen die ganzen...

Kommentare (3)

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Herr Lothar Bitschnau

31.07.2017, 11:44 Uhr

Der kollektive Erregungszustand wird größtenteils von den Medien und einigen geradezu zwanghaft provozierenden "Experten" wie Dudenhöffer produziert. Für mich ist das ein künstliches opportunistisches Theater mit hintergründigen Machtspielereien.
Auch braucht es keine Ausstiegszenarien mit denen die Menschen wieder einmal
zwangsbeglückt werden. Aber das Pendel der Übertreibung schwingt weiter hin und her .. auch bei den Norwegern, es wird sich zeigen.
Außerdem fahre ich mein Auto gerne selbst, und will nicht transportiert werden.

Frau Edelgard Kah

31.07.2017, 12:08 Uhr

Es tut mir leid, aber ich bin völlig anderer Meinung. Ich meine, es ist Aufgabe des Staates, die Sauberkeit der Abgase zu regeln und die Einhaltung dieser Regeln zu kontrollieren. Mit welchen Technologien dies erreicht werden soll, hat niemand zu bestimmen. Weder die Juristen in den Amtsstuben, noch Zeitungsredakteure und auch sonst niemand. Die Suche nach der besten Lösung ist allein Sache der Ingenieure. Dass Abgesänge auf Verbrennungsmotoren bei dieser Suche hilfreich sind, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Zweitens sind auch die Kundenwünsche zu berücksichtigen. Es sind die Kunden, die hohe Beträge für ein Fahrzeug aufwenden. Und im Lehrbuch der sozialen Marktwirtschaft ist die "Konsumentensouveränität" ein Eckpfeiler der Wirtschaftssystems. Ich wehre mich entschieden gegen den Versuch, die Konsumenten zu bevormunden und zu gängeln. Wer das dennoch unbedingt will, sollte sich wenigstens eine demokratische Legitimierung besorgen. Auch Sie persönlich sind von niemand gewählt. Sie vertreten nur Ihre persönliche Meinung, aber nicht einen einzigen Mitbürger.

Herr Michael Zehe

01.08.2017, 11:14 Uhr

Der Dieselmotor ist und bleibt die beste Alternative zum Thema CO2-Einsparung. Es ist die Aufgabe des Staates, die Einhaltung der Abgaswerte zu überwachen. Das kann, wenn man denn will, nicht wirklich schwer sein!
Die grünen Ideologen die im Vorfeld zur Bundestagswahl keine Gelegenheit auslassen, den Verbrennungsmotor zu verteufeln, sollten sich fragen, warum keiner die wahre Umweltbilanz der E-Fahrzeuge mal auf den Tisch legt. Der Grund ist ganz klar: Die Bilanz ist ernüchternd und fällt in Summe sogar schlechter aus als beim Verbrenner. Hinzu kommt, dass bei der Herstellung der Batterien, meist in China, erhebliche Umweltsünden begangen werden. Aber wenn juckt es, den Fahrzeugen sieht man es ja nicht an. Die heutige Batterietechnik ist defacto physikalisch begrenzt, was auch ein Grund dafür ist, dass keine weiteren Batteriewerke wie das von E. Musk in Planung sind.
Ich plädiere für einen Wettbewerb der Technologien. Nur das macht für ein Land wie Deutschland Sinn. Und wenn der Staat schon reglementieren will, wie wäre es mit einer Besteuerung des Fahrzeuggewichtes? Der Golf 1 wog 720 kg, das aktuelle Modell dürfte bei über 1.400 kg liegen. Keiner braucht elektrisch verstellbare Sitze oder all die anderen Extras, die das Gewicht der Fahrzeuge unnötig nach oben treibt. Und wer das haben will, der soll halt kräftig Steuern zahlen. In jedem Fall würde sich durch geringere Fahrzeuggewichte der Verbrauch schnell um 10-15% nach unten drücken lassen. Wäre doch mal ein vernünftiger Ansatz. und würde der Umwelt sofort helfen.

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