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12.07.2016

14:46 Uhr

Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht

Im ersten Kreis der Hölle

Premium1200 Sexualdelikte, vier Verurteilungen: Ein halbes Jahr nach der Silvesternacht zieht das BKA eine ernüchternde Bilanz. Die Politik redet sich heraus – klar, dass Bürger ihr Vertrauen in den Staat verlieren. Eine Analyse.

Der Kölner Polizeichef musste nach den Vorfällen seinen Posten räumen, in der Politik übernahm niemand Verantwortung. dpa

Polizei am Kölner Hauptbahnhof

Der Kölner Polizeichef musste nach den Vorfällen seinen Posten räumen, in der Politik übernahm niemand Verantwortung.

BerlinDie Reise des Dichters Dante in die Unterwelt beginnt mit seinem Gang durch das Höllentor. Im ersten Kreis der Hölle sitzen die Gleichgültigen, vorsätzlich Unbeteiligten, die all denen Schutz in ihrem Leben verweigerten, die ihn dringend gebraucht hätten. Die Frauen in der Silvesternacht auf der Domplatte in Köln fühlten sich wie in der Hölle. Schutzlos waren sie einem außer Rand und Band geratenen Mob ausgesetzt. Die Polizei war überfordert, und die Politik schwieg tagelang. Das ZDF fühlte sich genötigt, sich für seine fehlende Berichterstattung zu entschuldigen. Auch diese Untätigkeit kippte komplett die Stimmung in der Flüchtlingsdebatte.

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Kommentare (1)

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Herr Stephan Eggerdinger

12.07.2016, 15:21 Uhr

Man ist es leid, gegen die Lügen anzukämpfen. Auch das "seriöse" Handelsblatt reiht sich da ein, wo Stimmung gemacht wird. Zum Beispiel: Auch Sie zitieren einen dubiosen "Bericht" eines Kölner Polizeibeamten, der nur so von Unglaubwürdigkeiten und Fehlern und Stimmungsmache strotzt.(Darin als ganz starker Beweis, daß es sich um Zusammenrottungen zur gemeinschaftlichen Begehung von Straftaten gehandelt habe: Personen hätten sich "ohne Reiseabsicht" im Bahnhof aufgehalten. Das habe ich schon dutzende Male getan, weil der Bahnhof auch ein Einkaufszentrum ist.) Dieser Bericht war so offensichtlich ein Fake, daß es sogar der FAZ zu dumm war, an ihn zu glauben. Nachgewiesen ist nichts. Merken Sie denn nicht, welchem Rechtsverständnis Sie hier Vorschub leisten? Eine Tat muß bewiesen sein! Ein paar Hundert Männer sollen 1200 Straftaten begangen haben. Wie soll das vor sich gegangen sein?
Es dürfe keinen Gegenden geben, wo der Staat nicht das Gesetz des Handelns bestimme - das war die Schlußfolgerung von Volker Kauder aus der "Schreckensnacht von Köln". Und die Unverletzlichkeit der Wohnung - um nir ein Beispiel zu nehmen? Vor aluter Hysterie werden Gesetze auf den Weg gebracht ("Nein heißt Nein!"), die die Lage vergewaltigter Frauen sogar noch verschlimmern, wie Bundesrichter Fischer in der "Zeit" online nachgewiesen hat. Hier soll das "gesunde Volksempfinden" zum Äußersten getrieben werden: "Wir brauchen eine neue Aufschreidebatte" (Jens Spahn, CDU/CSU). Da wird dann - weil bisher keine einzige Vergewaltigung nachgewiesen ist - schon mal ein Immigrant wegen Diebstahls einer Geldbörse zu einem Jahr auf Bewährung (!) verurteilt, während VW-Manager, die nicht betrogen, sondern wissentliche Millionen gesundheitlich schwer geschädigt haben, frei herumlaufen. Und die dazu Beifall klatschen sind die, die sich über die Polizeiübergriffe in den USA gar nicht mehr einkriegen.
Freundliche Grüße
S. Eggerdinger

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