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15.09.2015

12:15 Uhr

Erstbetreuung von Flüchtlingen

Manager in Not

VonBenjamin Wagener

PremiumDie deutschen Erstaufnahme-Stellen für Flüchtlinge sind überfüllt. Die Verantwortlichen verwalten oft chaotische Zustände und müssen jeden Tag aufs Neue improvisieren. Ein Besuch in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb.

Der syrische Student Mahmoud Madini (r.) hilft für 1,05 Euro in der Stunde bei der Kleiderausgabe im Flüchtlingsheim Meßstetten. Nik Hunger für Handelsblatt

Die Kleiderkammer

Der syrische Student Mahmoud Madini (r.) hilft für 1,05 Euro in der Stunde bei der Kleiderausgabe im Flüchtlingsheim Meßstetten.

MeßstettenVor der Tür drängeln sich die Menschen an Plastikgittern. Die Schlange reicht weit über den Flur hinaus, sie endet erst draußen auf dem Bürgersteig. Schon seit drei Stunden warten junge Männer, zwei schwangere Mädchen, junge Mütter mit Kindern, Familienväter und alte Ehepaare darauf, dass die Kleiderkammer öffnet. Hinter der Tür sortiert Mahmoud Madini Hosen, T-Shirts, Wäsche. Er hängt Jeans, Hemden, Winterjacken und Pullis an Kleiderständer. Socken kommen in Holzkisten, Schuhe ins Regal an der Wand.

Eigentlich müsste der 20-jährige Syrer gerade in der Universität von Damaskus sitzen und elektrische Energietechnik studieren. Doch als die Bürgerkriegsfront in seiner Heimat immer...

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