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16.05.2017

11:33 Uhr

Gastbeitrag von Michael Frenzel

Die SPD braucht ein „Schulz 3.0“

VonMichael Frenzel

PremiumSeine bisherige Taktik ist nicht aufgegangen, das muss Martin Schulz einsehen. Die SPD muss bei ihren Kernthemen wieder klare Kante zeigen – und einen Plan entwickeln, wie das Land 2030 aussehen wird. Ein Gastbeitrag.

Von Euphorie nichts mehr zu sehen. AFP; Files; Francois Guillot

SPD-Chef Schulz

Von Euphorie nichts mehr zu sehen.

Martin Schulz und die SPD liegen zur Halbzeit des Superwahljahres 0:3 hinten. Das hatten die SPD-Spitze und ihr Kanzlerkandidat ganz anders geplant. Noch auf dem 100-Prozent-Wahlparteitag in Berlin hatte Martin Schulz den Delegierten mit auf den Weg gegeben: Jetzt holen wir das Saarland, dann Schleswig-Holstein und Düsseldorf. Und dann holen wir uns Berlin.

In einer ersten Analyse der vergangenen Monate muss konstatiert werden, dass erstens die ursprüngliche Strategie der „klaren Kante“ aufgegeben wurde. Und zweitens muss die Frage erlaubt sein, ob ein abstraktes Thema wie Gerechtigkeit allein eine gewinnbringende Schlagzeile ist oder ob dies nicht konkret inhaltlich aufgeladen werden muss,...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

16.05.2017, 12:48 Uhr

"Gerechtigkeit" ist ein schillernder Begriff. Ich möchte darüber keine Vorlesung halten, sondern mich auf wenige Anmerkungen beschränken.

Vielleicht hat Herr Frenzel schon einmal davon gehört, dass die Bundesrepublik einen riesigen Leistungsbilanzüberschuß von 275 Milliarden EURO hat. Gleichzeitig aber auch einen Niedriglohnsektor (z.B. Gastronomie, Handel, Verkehrsbetriebe, Krankenhäuser, Altersheime, usw.), wo Millionen Beschäftigte nur wenig mehr als Hartz IV verdienen und mit ihrem Einkommen mit Ach und Krach gerade so über die Runden kommen.

Vielleicht hat Herr Frenzel auch schon einmal von "prekären" Arbeitsverhältnissen gehört. Von der sachlich nicht gerechtfertigten und ausbeuterischen Ausnutzung der Scheinselbständigkeit, der Zeit- und Leiharbeit und der grundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen.

Und wenn wir schon beim Thema Ungerechtigkeit sind, darf Schröders Agenda 2010 nicht fehlen. Dass seither die Hälfte der ehemaligen SPD-Wähler am Wahltag zu Hause bleiben, muß einen Grund haben. Vielleicht kriegt Herr Frenzel ihn raus.

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