Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.05.2015

17:06 Uhr

Gastkommentar

Ein vielstimmiges Ende

VonJörn Leonhard

PremiumDer Geschichtsprofessor Jörn Leonhard schildert, wie am 8. Mai 1945 die Nachkriegszeit begonnen hat. Historisch betrachtet ist es die „Stunde null“, in der die deutsche Gesellschaft tiefgreifend umstrukturiert wurde.

„Aus den allmächtigen Gewaltakteuren des Regimes schienen innerhalb weniger Tage und Stunden Objekte der Alliierten geworden.“

Jörn Leonard, Professor für Geschichte an der Universität Freiburg

„Aus den allmächtigen Gewaltakteuren des Regimes schienen innerhalb weniger Tage und Stunden Objekte der Alliierten geworden.“

Ein jeder erlebte diesen Tag anders. Jeder musste ihn anders erleben, je nach den persönlichen Erfahrungen seit 1933 und seit dem Beginn des Krieges 1939. Daraus resultieren die vielen Stimmen des 8. Mai 1945.

Victor Klemperer etwa, Sohn eines jüdischen Rabbiners, konvertiert, seit 1940 in das Dresdener „Judenhaus“ zwangseingewiesen, war nach der Bombardierung Dresdens mit seiner Frau die Flucht nach Bayern gelungen, wo er das Kriegsende erlebte: „Nun die Lebensgefahr vorüber, haben wir die kleinen, aber summierten Leiden unseres Zustandes reichlich satt und finden in seiner Romantik keine Entschädigung mehr. Aber das Gefühl der Dankbarkeit ist doch immerfort vorhanden, und...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×