Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.07.2017

18:09 Uhr

IG Metall will 28-Stunden-Woche

Der neue Arbeitskampf

VonFrank Specht

PremiumDie IG Metall, Deutschlands größte Gewerkschaft, reizt die Arbeitgeber mit der Forderung nach der 28-Stunden-Woche. Vielen Beschäftigten ist Freizeit längst wichtiger als Geld. Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger warnt vor Fachkräftemangel und Tarifflucht von Unternehmen.

Das Thema Arbeitszeit beschäftigt nicht nur die Tarifparteien in Deutschlands Schlüsselindustrie, sondern auch andere Branchen und die Politik. picture alliance / Markus Scholz

Demonstration der IG Metall

Das Thema Arbeitszeit beschäftigt nicht nur die Tarifparteien in Deutschlands Schlüsselindustrie, sondern auch andere Branchen und die Politik.

BerlinGewerkschafter reden gerne vom Aufbruch in eine bessere Zukunft. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann machte da Ende Juni bei einem Kongress in Mannheim keine Ausnahme: „Wir brauchen einen arbeitszeitpolitischen Aufbruch“, versprach er den rund 2,3 Millionen Mitgliedern seiner Gewerkschaft. „Die Beschäftigten wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Und wir wollen, dass dies für alle möglich ist.“

In der Ende dieses Jahres beginnenden Tarifrunde für die 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie will Hofmann die 35-Stunden-Woche nach unten aufweichen. „Es geht um das Wahlrecht, die Arbeitszeit temporär zu verkürzen – etwa auf 28 Stunden, wenn Beschäftigte es wollen.“ Gesamtmetall-Präsident Rainer...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

17.07.2017, 15:01 Uhr

Sehr geehrter Herr Specht,

mich stört an Ihrem Artikel, dass Sie an den Arbeitskampf von 1984 erinnern. Haben wir wirklich ein Konfliktpotential wie damals? Damals hieß das Thema kürzer arbeiten für alle. Sämtliche Mitarbeiter sollten im Kolonnenmarsch 1 Stunde früher als bislang nach Hause gehen.

Heute heißt das Thema Arbeitszeitflexibilisierung. Individuelle Arbeitszeiten, die von der 35-Stunden-Woche abweichen, haben wir schon seit vielen Jahren. Nun geht es der Gewerkschaft aber darum, dass die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten noch besser als bislang berücksichtigt werden. Nach meiner Auffassung ist dieser Wunsch verständlich und nachvollziebar.

Die Tarifparteien wären gut beraten, dieses schwierige Thema aufzugreifen und mit viel gutem Willen darüber zu verhandeln. Es ist sicher nicht einfach und erfordert viel Phantasie und Kreativität, die betrieblichen Interessen und die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten besser als bislang unter einen Hut zu bringen.

Es sollte einleuchten, dass bei der Bewältigung dieses schwierigen Themas Kriegsgesänge und Drohungen über Tarifflucht und Abwanderung ins Ausland nicht weiter helfen. Es ist ein dummes Märchen, dass das Abendland in Gefahr ist.














dass man über diesen Wunsch völlig emotionslos verhandeln kann und verhandeln soll. Ohne Kriegstänze und Kriegsgesänge.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×