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27.11.2016

18:00 Uhr

Kandidatensuche der SPD

Kanzlerholz

PremiumDie Frage der Kanzlerkandidatur ist kein Hobby der SPD. Die Partei sollte sich ihrer besten Traditionen besinnen – und die Ansprüche des Funktionärskörpers zurückweisen. Eine Analyse von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart.

Gerhard Schröder; Helmut Schmidt und Willy Brandt haben dem Land gutgetan. bridgemainimages.com

Kandidatensuche der SPD

Gerhard Schröder; Helmut Schmidt und Willy Brandt haben dem Land gutgetan.

Draußen herrscht Vorweihnachtsstimmung. Im Innersten der Bundesrepublik aber werden Machtfragen gestellt. Zunächst nur innerhalb der Parteien, die ihre Kanzlerkandidaten zu benennen haben. Wenig später aber wird auf dieser Grundlage die mächtigste Position besetzt, die unser Land zu vergeben hat. Angesichts eines in Aussicht stehenden Sieben-Parteien-Parlaments (CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP, AfD) könnte auch ein vermeintlicher Wahlverlierer ins Kanzleramt einziehen. Denn am Tag nach dem Volksvotum gelten andere Spielregeln: Im Vorteil ist, wer sich auf die Kunst von Taktik und Finesse im Koalitionspoker versteht. 

Womit wir bei Martin Schulz wären, der sich selbst für kanzlertauglich hält und im Funktionärskörper...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

28.11.2016, 12:43 Uhr

Zu den Qualitäten von Martin Schulz möchte ich mich nicht äußern, weil ich ihn zu wenig kenne. Aber was, bitte schön, ist "Kanzlerholz"?. Was sind die Anforderungen, die an einen Bundeskanzler zu stellen sind? Wie lautet die Stellenbeschreibung?

Der Artikel nennt "Nerven aus Stahl und Regierungserfahrung" oder "Taktik und Finesse im Koalitionspoker". In meinen Augen sind diese Anforderungen eher nebensächlich.

Ich glaube, dass es die wichtigste Aufgabe des Bundeskanzlers ist, auf den verschiedenen Feldern der Politik "eine Linie vorzugeben": Er muß zutreffend beschreiben, was auf den verschiedensten Gebieten die wichtigsten Ziele der Politik sind und mit welchen Maßnahmen sie erreicht werden sollen. Also eine richtige oder eine vernünftige Politik beschreiben.

Das ist schwer genug. Aber die eigentliche Kunst besteht darin, für die als richtig erkannte Politik zu werben. Sei es im Kabinett, in der eigenen Fraktion, beim Koalitionspartner, in der Partei, bei den organisierten Interessengruppen oder den Bürgern. Politik besteht immer darin, Mehrheiten zu beschaffen. Es ist die Kunst, mit guten Argumenten andere Menschen zu überzeugen.

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