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20.09.2016

22:00 Uhr

Leitartikel zum Schottdorf-Skandal

Gerechtigkeit nach Gutsherrenart

VonJan Keuchel

PremiumDie Affäre Schottdorf ist ein Justizskandal. Doch wer in Bayern nach dem Rechtsstaat ruft, sollte sich fragen, ob nicht Beten die bessere Alternative wäre. Straftäter wurden nicht verfolgt – weil es die Mächtigen so wollten.

Jahrelang ermittelte eine Sonderkommission Labor beim Landeskriminalamt gegen Schottdorf und 10.000 Ärzte wegen möglichen Abrechnungsbetrugs. Dann verschob die Münchner Generalstaatsanwaltschaft 2009 das Großermittlungsverfahren einfach von München nach Augsburg. dpa

Untersuchungsausschuss „Labor“

Jahrelang ermittelte eine Sonderkommission Labor beim Landeskriminalamt gegen Schottdorf und 10.000 Ärzte wegen möglichen Abrechnungsbetrugs. Dann verschob die Münchner Generalstaatsanwaltschaft 2009 das Großermittlungsverfahren einfach von München nach Augsburg.

Wer in Bayern nach dem Rechtsstaat ruft, sollte überlegen, ob nicht Beten die bessere Alternative wäre. Im 19. Jahrhundert standen Großgrundbesitzer für einen willkürlichen Umgang mit dem Recht. Heute fallen im Freistaat immer wieder Gerichte und Staatsanwaltschaften durch neofeudalistischen Habitus auf. 

Recht ist, was den Gutsherren gefällt. Nach dem Martyrium von Justizopfer Gustl Mollath und der ungerechtfertigten Milde für Uli Hoeneß demonstriert vor allem der Abrechnungsskandal um den Ex-Labor-Magnaten Bernd Schottdorf eine erschreckende Willkür bei der Strafverfolgung. Das hat der jetzt zu Ende gehende Untersuchungsausschuss Labor deutlich zutage gefördert. Am Dienstag haben nun Grüne und Freie Wähler ihren Bericht vorgelegt – und mit einem...

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