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13.03.2017

19:07 Uhr

Merkel-Besuch bei Trump

Gute Miene zu bösen Plänen

VonMartin Greive, Jan Hildebrand, Axel Höpner

PremiumDie Kanzlerin wollte Dienstag in die USA, ein Schneesturm hielt sie auf. Nun hofft sie, US-Präsident Trump am Freitag vom Wert der transatlantischen Partnerschaft überzeugen zu können. Doch wie weit trägt der Optimismus?

Die Trump-Regierung fordert von Deutschland mehr Importe. Getty Images; Foto: Per-Anders Pettersson

Der Hafen von Los Angeles

Die Trump-Regierung fordert von Deutschland mehr Importe.

WashingtonVor dem geplanten Abflug in die USA hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch einmal das nötige Rüstzeug geholt. Bei ihrem Besuch der internationalen Handwerksmesse in München bekam sie von einem kleinen Betrieb aus dem Erzgebirge ein paar Lederhandschuhe mit – schließlich ist in Washington für Dienstag ein heftiger Schneesturm vorhergesagt. Doch der verhinderte am Dienstagabend ihren Abflug. Schon am Freitag soll der Besuch nachgeholt werden.

Wichtiger als diese Planänderung für Merkel dürfte die inhaltliche Rückendeckung von den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft gewesen sein. Sie begrüßten die Kanzlerin in München mit einem Plädoyer für Freihandel und offene Märkte. Daran...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

14.03.2017, 13:21 Uhr

Sehr geehrter Herr Greive,

ein Besuch unserer Kanzlerin beim amerikanischen Präsidenten? Wie soll der ablaufen? Offensichtlich stellen sich viele Vertreter der Wirtschaft und Mitbürger vor, die Kanzlerin müsse tief Luft holen zu einem längeren Vortrag. Die Vorzüge des Freihandels intensiv schildern. Das werde Trump rasch zu einem überzeugten Anhänger des Freihandels bekehren. In Kurzform: Es ist die Geschichte einer wundersamen Bekehrung.

Realistisch ist ein solches "Wunder" sicherlich nicht. Realistischer ist das Bild einer Verhandlungssituation: Dass eine Partei ihre Interessen voll durchsetzt und die andere Partei mit leeren Händen nach Hause geht, ist eine höchst seltene Ausnahme. Verhandlungen enden in aller Regel in einem Kompromiß.

Um einen günstigen Kompromiß zu erreichen, muß man lange überlegen, was man seinem Kontrahenten anbieten könnte. Sich nur ein einziges Angebot auszudenken, reicht nicht aus. Man braucht eine ganze Sammlung von Offerten, die man aber geheim hält. Kommt es dann zu einer Verhandlungssituation, legt man zunächst eine Offerte auf den Tisch und lotet aus, wie der Verhandlungspartner darauf reagiert.

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