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11.07.2017

16:22 Uhr

TK-Chef Baas über den technischen Fortschritt

Kooperation statt Konkurrenz

VonJens Baas

PremiumNicht alles, was technisch machbar ist, ist auch sinnvoll. Wir müssen uns immer die Frage stellen: Nutzt eine Innovation oder eine Weiterentwicklung auch dem Menschen? Fünf Leitlinien helfen dabei. Ein Gastbeitrag.

Jens Baas ist Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Sie erreichen ihn unter:gastautor@handelsblatt.com. Dominik Butzmann [M]

Der Autor

Jens Baas ist Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Sie erreichen ihn unter:gastautor@handelsblatt.com.

Die Debatte über die künstliche Intelligenz ist geprägt von Superlativen. In wenigen Jahren sollen beispielsweise 50 Prozent unserer Jobs verloren gehen. Wir tun gut daran, uns von solchen Prognosen nicht verrückt machen zu lassen. Große Vordenker wie Herbert Simon, der bereits 1965 sinngemäß sagte, dass in 20 Jahren jede menschliche Arbeit von Maschinen erledigt werden würde, lagen fulminant daneben.

Dennoch steht für mich außer Zweifel, dass in der technischen Entwicklung in den letzten zehn Jahren ein neues Zeitalter angebrochen ist. Heute reden wir nicht mehr über Computer, die Schachweltmeister schlagen (das gelang bereits 1997 gegen Garri Kasparow), sondern über Technologien...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

12.07.2017, 16:18 Uhr

Sehr geehrter Herr Baas,

was denken Volkswirte über den technischen Fortschritt? Die Volkswirte stellen sich vor, dass in ausgewählten Betrieben modernere und leistungsfähigere Maschinen angeschafft werden und sprechen herkömmlicherweise von "Rationalisierung". Sie hat zur Folge, dass in der Volkswirtschaft je Arbeitskraft oder je Arbeitsstunde mehr Produkte hergestellt werden können. Diese Mehrproduktion je Stunde nennen sie "Produktivitätsfortschritt". Soweit das kleine ein x eins.

Nun muß man noch wissen, dass die Produktivitätsfortschritte im langfristigen Trend seit vielen Jahren rückläufig sind und heute bei mageren 1 - 1/2 % liegen. Es wird somit in ganz bescheidenem Umfang und nicht etwa auf Teufel komm raus rationalisiert. An dieser Erfahrung der letzten 10 Jahre kommt niemand vorbei. Auch nicht die Leute, die in ihren Visionen von Robotern, künstlicher Intelligenz und anderen Errungenschaften träumen. Tatsache ist, dass sich die Rationalisierung bislang in sehr bescheidenem Rahmen bewegt und wir in Deutschland die höchste Beschäftigtenzahl aller Zeiten haben.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, wie wir mit der Mehrproduktion je Stunde ("Produktivitätsfortschritt") umgehen. Unsere Gewerkschaften frühren jedes Jahr Tarifverhandlungen und setzten dabei Lohnerhöhungen durch, die den Produktivitätsfortschritt ausgleichen und meistens sogar überkompensieren. Damit erhalten die Beschäftigten ein Plus an Kaufkraft. Es ist erforderlich, damit die Mehrproduktion je Stunde ("Produktivitätsfortschritt") auch verkauft werden kann.

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