Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.07.2017

18:07 Uhr

Analyse zu G20

Der brüchige Handelsfrieden

VonTorsten Riecke, Martin Greive, Thomas Sigmund, Jan Hildebrand

PremiumÜberschattet von Gewalt haben sich die G20-Regierungschefs auf ein Bekenntnis zum Freihandel verständigt. Doch die Gefahr des Protektionismus ist damit nicht gebannt. Trump droht vor allem beim Stahl mit neuen Zöllen.

Regierungschefs Merkel und Trump in Hamburg: Weiter schwierige Diskussionen. Reuters

Donald Trump und Angela Merkel

Regierungschefs Merkel und Trump in Hamburg: Weiter schwierige Diskussionen.

HamburgDonald Trump war voll des Lobes. „Der G20-Gipfel war ein wunderbarer Erfolg“, twitterte der US-Präsident, bevor er aus Hamburg zurück nach Washington flog. Angela Merkel habe alles „großartig“ organisiert. Und das, obwohl es ihr viele Leute so schwergemacht hätten. Trump meinte die Krawallmacher in Hamburg.

Die Chaoten mögen die von Merkel erhofften schönen Bilder zerstört haben. Doch wenn es um die Inhalte des Gipfels geht, dann war es der US-Präsident höchstselbst, der Merkel das Leben schwermachte. Bei den zentralen Themen des Treffens – Klimaschutz und Freihandel – stellte sich Trump lange Zeit quer.

Und selbst die Gipfelerklärung, die Merkel...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

10.07.2017, 10:56 Uhr

Sehr geehrte Herren Redakteure,

Sie erinnern sich sicher, dass Donald Trump in den Monaten seines Wahlkampfes und seiner Regentschaft für eine protektionistische Politik eingetreten ist. Hauptargument war das Abwandern amerikanischer Arbeitsplätze. Verdeutlicht wurde das Argument durch den Hinweis auf das riesige Leistungsbilanzdefizit der USA und die hohen Handelsüberschüssen von China und Deutschland. Zu befürchten waren somit Einfuhrzölle und andere protektionistische Maßnahmen der USA, die in unserem Land Hunderttausende Arbeitsplätze gekostet hätten.

Auf dem G 20-Gipfel hat sich nun Trump ohne Wenn und Aber zum Freihandel bekannt. Wir sind somit eine große Sorge los. Aber die Erleicherung und Freude, die die Wirtschaftsverbände und internationalen Organisationen zum Ausdruck bringen, können die Redakteure des Handeelsblatts nicht teilen. Schon in der Überschrift wittern die Herren einen brüchigen Frieden und fragen dann, was die Worte Trumps überhaupt wert sind.

Vielleicht sind Ihnen die Gründe für Trumps Sinneswandel entgangen. Vielleicht haben Sie gar nicht bemerkt, dass die EU mit Kanada und Japan Freihandelsabkommen abgeschlossen hat, sich freundschaftlich immer mehr China annähert und für den Fall amerikanischer Einfuhrbeschränkungen sofortige Gegenmaßnahmen angekündigt hat.

Dass Trump und die übrigen G 20 Länder sich gegen unfaire Handelspraktiken zur Wehr setzen dürfen, ist ihr gutes Recht und sogar ihre Pflicht. Ein Beispiel für unfaire Handelspraktiken sind die chinesischen Staatsbetriebe, die ihre Überkapazitäten bei der Stahlherstellung mit Dumpingpreisen auf den Weltmarkt drücken. Staatliches Preisdumping hat mit Freihandel nichts zu tun und muß bekämpft werden können.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×