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28.03.2017

14:30 Uhr

Brexit-Folgen für die deutsche Industrie

Den Briten die Tür offen halten

VonWolfgang Münchau

PremiumDer Brexit ist nicht mehr rückgängig zu machen. Die Frage ist nur: Wie wird er aussehen? Die deutsche Industrie, die sich bislang hinter der Politik versteckte, muss Farbe bekennen. Es geht um viel Geld. Ein Gastbeitrag.

Wolfgang Münchau ist Mitbegründer von Eurointelligence.com. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com.

Der Autor

Wolfgang Münchau ist Mitbegründer von Eurointelligence.com. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com.

Heute ist Brexit-Tag. Ich erinnere mich gut an die Zeit nach dem Referendum vom 23. Juni letzten Jahres – Zeiten der Verneinung. Besonders in Deutschland gab es ständig Medienberichte über Gegenreferenden, weitere Abstimmungen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Aus Brüssel hörte ich von einem Technokraten, dass man den Brexit noch verhindern könnte. Wer so schrieb und sprach, verneinte die Realitäten der britischen Politik. Der Brexit ist nicht mehr aufzuhalten. Dass heißt auch, dass die deutsche Wirtschaft, die sich bislang hinter der Politik versteckte, Farbe bekennen muss. Es geht es um viel Geld.

Im letzten Jahr betrug der...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

29.03.2017, 13:02 Uhr

Sehr geehrter Herr Münchau,

in den politischen Grundlinien stimme ich Ihnen zu. Meine Zustimmung beginnt schon mit Ihrer Überschrift "Den Briten die Tür offen halten".

Aber eine Zusammenarbeit auf diesem oder jenem Felde setzt den beiderseitigen Wunsch voraus. Dass sich Theresa May für einen harten Brexit entschieden hat, ist wahrscheinlich nicht nur taktisches Kalkül. Sie selbst schildern unter der Überschrift "Entfremdung von der EU", dass es für die Briten seit Anfang der 90er Jahre außer dem Binnenmarkt nicht viel gab, an dem sie Interesse hatten. Mit ins Bild gehört vielleich auch, dass sehr viele britische Politiker über Jahrzehnte hinweg EU-bashing betrieben haben.

Ein alleiniges Interesse am Binnenmarkt nennen wir in Deutschland "Rosinenpickerei". Ich vermute sehr stark, dass die EU keine Rosinen für die Briten auslegt. Das hat mit einer Strafaktion oder mit Verhinderung weiterer Austritte nichts zu tun. Es hat allein damit zu tun, dass ein Assozierungsabkommen mehr als reiner Freihandel ist.

Dem Thema Wiedereinführung von Einfuhrzöllen nähere ich mich aus britischer Sicht. Britische Waren verteuern sich und werden zum Teil unverkäuflich, wenn die EU Einfuhrzölle erhebt. In Kurzform: Auf den EU-Märkten wird der britische Wettbewerber geschwächt. Das ist ganz sicher eine große Chance für deutsche Firmen.

Zum Schluß einige Worte zum Thema Verlagerung der Produktionsstandorte, wobei ich die Wiedereinführung von Einfuhrzöllen unterstelle. Wegen der Einfuhrzölle werden die britrischen Verbraucher wahrscheinlich von Produktionsstätten auf der Insel versorgt werden. Also werden in der EU ansässige Firmen Zweigwerke auf der Insel errichten müssen. Und um die EU-Verbraucher zu versorgen, werden britische Firmen wahrscheinlich Zweigwerke auf dem Festland gründen.

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