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12.01.2017

15:35 Uhr

Deutsche Ökonomen zu Trump

„Wirtschaft muss sich wieder mehr auf Europa konzentrieren“

VonDietmar Neuerer

PremiumDie Erwartungen waren groß, doch die jüngsten Aussagen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump lösen bei Ökonomen Besorgnis aus. Das DIW rät der deutschen Wirtschaft nun, eine Abkehr von den USA in Betracht zu ziehen.

Planloser US-Präsident: Ökonomen fürchten wegen Donald Trump eine lange Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit. AP

Donald Trump.

Planloser US-Präsident: Ökonomen fürchten wegen Donald Trump eine lange Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit.

BerlinDie erste Pressekonferenz mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump seit den Wahlen hat die Finanzmärkte enttäuscht. Der Dollar verlor an Wert, die Kurse an den Börsen gaben nach und Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagehäfen. Zwar betonte Trump, er werde „der größte Arbeitsplatzbeschaffer sein, den Gott je geschaffen hat“. Nach Einschätzung von Ökonomen gibt es aber keine Klarheit über die künftige Wirtschaftspolitik. „Donald Trump fehlt offensichtlich ein wirtschaftspolitischer Plan, ansonsten hätte er die Eckpunkte wohl bereits bekannt gegeben“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem Handelsblatt.

Fratzscher wertet den Trump-Auftritt denn auch...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

12.01.2017, 16:31 Uhr

Reden wir einmal über Globalisierung. Sie besteht darin, dass in China, Osteuropa und vielen anderen Ländern Industrien aufgebaut worden sind. Nicht von irgendwem, sondern von den Konzernen und Firmen der Industrieländer.

Donald Trump ist angetreten, einen Teil der in Billiglohnländer abgewanderten Arbeitsplätze in die
USA zurückzuholen. Dass von dieser Rückholaktion die teuren europäischen Standorte nicht oder nur am Rande betroffen sind, dürfte jedem einleuchten. Klar auf der Hand liegt ebenfalls, dass Produktionsverlagerungen europäischer Firmen in die USA dem amerikanischen Präsidenten hochwillkommen sind. Alles in allem gesehen ist somit Europa von dem bösen Protektionismus des amerikanischen Präsidenten kaum betroffen. Der Rat eines hochmögenden Ökonomen, die deutsche Exportwirtschaft solle sich auf Europa konzentrieren, geht somit ins Leere.

Weiterhin kann ich mir auch nicht vorstellen, dass der Handel der USA mit China oder Mexiko völlig zum erliegen kommt. Wahrscheinlich wird es über kurz oder lang neue Handelsabkommen geben.

Betrachten wir die Problemlage einmal von ihrem Ende her. Angenommen, Trump holt von China und Mexiko 5 Millionen Arbeitsplätze in die USA. Mag sein, dass dies unschön für China und Mexiko ist. Aber die 5 Millionen Arbeitsplätze sind nun in den USA. Nun wird eben dort produziert. Und von dort aus in alle Welt geliefert. Weltproduktion und Welthandel verringern sich somit nicht.

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