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28.01.2017

13:44 Uhr

Die Ära Trump beginnt

Welt ohne Führung

VonGabor Steingart

PremiumDonald Trumps Politik des „America First“ bedeutet den strategischen Rückzug der USA aus der Führung der westlichen Welt. Deutschland muss sich neu besinnen – im Zweifel auf sich selbst. Eine Analyse.

Die Politik des neuen US-Präsidenten bedeutet den Rückzug des Landes aus der Führung der westlichen Welt. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Die Politik des neuen US-Präsidenten bedeutet den Rückzug des Landes aus der Führung der westlichen Welt.

Bei einem Notfall ruft man in Deutschland die Notrufzentrale 110 an. Wenn in den internationalen Beziehungen Gefahr im Verzug ist, haben sich Israelis und Araber, Weltbankpräsidenten, IWF-Direktoren und deutsche Bundeskanzler angewöhnt, die 001-202-456-1414 zu wählen, die Nummer des Weißen Hauses. Dort fanden die Ratlosen Rat, die Geldknappen Geld, und wenn es sein muss, lieferte Amerika auch Raketen und Schnellfeuerwaffen.

Alle Präsidenten seit Woodrow Wilson verstanden sich als Globalisten. Die US-Demokraten boten sich der Weltgemeinschaft eher als Mittler und Versöhner an, auch wenn es einst der Demokrat Harry S. Truman war, der über Hiroshima die Atombombe zündete. Republikaner bevorzugten traditionell die...

Kommentare (2)

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Frau Elke Kressin-Lother

23.01.2017, 09:23 Uhr

Ich bewundere diese subtile wie konkrete Analyse der neuen Situation durch die Machtübernahme von Trump in Amerika. Jetzt kommt die überfällige Neuorientierung jetzt muss in Alternativen gedacht werden. Das CDU Establishment ist überfordert bzw. verfügt nicht über Handlungsalternativen diese müssen erst gefunden bzw. gedacht werden.
Wer ist der richtige Sucher in der Politikklasse ohne Nebelkerzen? Die neue alte Seidenstrasse ?
Welcher Politiker wagt das zu denken oder gar auszusprechen?
Es gibt eine verbliebene Gemeinsamkeit mit Trump : die Beseitigung von Isis ! Das muss sofort gemeinsam angegangen werden. Dazu muss ein UNO-MANDAT her. Danach herrscht blutiger Frieden jetzt herrscht blutender nicht endender Religionskrieg des Islams mit Anspruch auf Weltherrschaft ! Es ist eine Gefahr wie der Kommunismus zu Stalins Zeiten. Währet den Anfängen ! Der Islam gehört nicht zu Deutschland und nicht zu Europa und nicht zu westlich orientierten Gesellschaften. . Schluss mit dem archaischen Weltbild des Islam. Auch hierzu sollte von Frauen millionenfach demonstriert werden. Der Islam ist noch schlimmer als Trump er führt zu totalitären Staaten. Die Türkei zeigt es! Es muss gemeinsam mit den USA die Wurzel dieser totalitären Denke beseitigt werden, bevor der Islam sein Netzwerk in Europa noch dichter spinnt. Es ist die einzig verbliebene gemeinsame Aufgabe mit Trump. Packen wir es an!

Elke Kressin-Lother

Frau Edelgard Kah

23.01.2017, 17:01 Uhr

Sehr geehrter Herr Steingart,

Ihr Artikel gefällt mir gut. Aber in einem Punkte melde ich Widerspruch an. Wenn die USA als westliche Führungsmacht politisch und militärisch ausfallen und vielleicht sogar Handelsschranken errichten, dann ist ganz sicher nicht Deutschland und Frau Merkel allein betroffen.

Schlechte Beispiele gibt es weltweit genug. Regierungen, die sich liebedienerisch von vornherein dem amerikanischenPräsidenten unterwerfen und die Rolle eines Vasallen einnehmen. Das Gegenstück zu dieser Kriecherei war das Statement unserer Bundeskanzlerin zum Wahlsieg von Donald Trump. Sie betonte, dass Deutschland und Amerika durch Werte verbunden sind, nämlich Demokratie, Freiheit, der Respekt vor dem Recht sowie der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. "Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an"

Das ist der O-Ton einer politischen Anfüherein, die ihren Standpunkt formuliert und vertritt. Mit Selbstbewußtsein und Festigkeit vertritt.

Zugegeben, eine Kunst beherrscht unsere Bundeskanzlerin nicht. Sich zu kratzen, bevor sie weiß, wo es später einmal jucken wird. Bevor nicht feststeht, aus welchen Feldern sich die westliche Führungsmacht USA zurückziehen wird, machen alle Diskussionen über die künftige eigene Rolle keinen Sinn.

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