Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2016

17:46 Uhr

Europa in der Krise

Deutschland muss Initiative ergreifen

PremiumEuropa befindet sich in einer lebensbedrohlichen Krise. Was wir jetzt brauchen, ist ein großer Kompromiss, der den Kontinent wieder handlungsfähig macht. Dafür muss Deutschland Widerstände aufgeben. Ein Gastkommentar.

Solidarität mit den anderen Staaten Europas. dpa

Merkel mit Polens Ministerpräsidentin Szydlo

Solidarität mit den anderen Staaten Europas.

BerlinWer wissen will, wie es um Europa steht, muss in den Nahen Osten schauen. Russland hat durch rücksichtslosen militärischen Einsatz das Heft des Handelns fest in der Hand. Es torpediert Friedensbemühungen, bombardiert die Bevölkerung, diktiert allen seinen Willen und generiert Flüchtlinge. Menschen sterben und leiden.

Doch auch Russland wird am Ende bezahlen. Gewinner ist der IS, in dessen Arme die Verzweiflung mehr und mehr Sunniten in der Region treibt. Europa erlebt mit der Flüchtlingskrise eine bislang ungekannte Herausforderung und scheint gleichzeitig machtlos. Die Flüchtlingskrise ist dabei nur eine Dimension der inneren Krise der EU, die eine Krise der Solidarität...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hans Albert Salden

17.02.2016, 12:27 Uhr

Was ist der gemeinsame Nenner, worauf können sich alle einigen: dass die EU das beste Friedensmodell ist, das Europa je hatte. Um dauerhaften Frieden geht es auch im Nahen Osten, weshalb man nun eine EU2 in Erwägung ziehen könnte, die sich sichelförmig um das südliche Mittelmeer legt und eine Art Schulterschluss mit der EU1 bildet. Dieser EU2 hätte ursprünglich die Türkei vorstehen können. Da diese jedoch auch in Zukunft eher autokratisch regiert werden wird und auf Abschottung setzt, könnte nun ein anderer EU2-Statthalter inthronisiert werden: Syrien - nachdem es von Assad befreit worden ist und einen Systemneustart durchführen kann. Bis es soweit ist, finden syrische Flüchtlinge bei uns eine Heimat und werden so emotional an Deutschland gebunden. Eine Bindung, die sich auch dann auszahlen wird, wenn in Syrien ein Wirtschaftswunder liberaler und pluralistischer Prägung hochgezogen wird. "Keine Obergrenze!“ macht dabei besonders deutlich, wie ernst es den Deutschen mit einer EU2 ist, was auch als Signal an GB verstanden werden darf. Wird England den Brexit wagen, wenn an der jetzigen EU nicht nur festgehalten, sondern auch noch eine zweite angeschoben wird? Natürlich könnte man Putin auch einladen, sich zum Schirmherr einer EU2 aufzuschwingen. Der Frieden im Nahen Osten würde schneller erfolgen und die Beziehungen zwischen Europa und Russland hätten ein besseres Fundament als das, was wir jetzt haben: Wirtschaftssanktionen und das Zurückfallen in altsozialistische Verhaltensmuster, was sogar auf EU-Länder wie Polen abfärbt. All diese rückwärtsgewandten Entwicklungen führen nur dazu, dass der ehemalige Westen wieder enger an die USA andocken muss und im Sumpf der Vergangenheit steckenbleibt. Bedauerlich, angesichts der Möglichkeiten, die da vor uns liegen. Aber so ist das, wenn man ein 1/4 Jh. nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die EU-Fahne groß hochhält, aber weiterhin auf Politiker setzt, die, wenn´s eng wird, sich ihrer phantasielosen Kalter Krieger DNA besinnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×