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19.03.2017

20:03 Uhr

G20-Treffen

Geschacher um den Freihandel

VonJan Hildebrand, Martin Greive

PremiumBeim G20-Treffen will sich US-Finanzminister Mnuchin als Einziger nicht gegen Protektionismus aussprechen. Die USA kündigen damit einen Konsens auf. Die Anatomie einer Eskalation.

Beim Treffen in Deutschland will sich US-Finanzminister Mnuchin als Einziger nicht gegen Protektionismus aussprechen. imago/Xinhua

G20-Gipfel Baden-Baden

Beim Treffen in Deutschland will sich US-Finanzminister Mnuchin als Einziger nicht gegen Protektionismus aussprechen.

Baden-BadenChristine Lagarde hat auf internationalen Gipfeln schon so manchen Streit entschärft. Auch beim Treffen der wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) in Baden-Baden gab sich die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) alle Mühe. Gastgeber Wolfgang Schäuble bekam von ihr Schokolade zugesteckt, ein wenig Nervennahrung angesichts der zähen Verhandlungen. Bei den Beratungen im abgeschirmten Kurhaus richtete Lagarde dann einen Appell an alle G20-Finanzminister und Notenbankchefs: Die Weltwirtschaft sei wie die schönen Frühlingsblumen draußen, sagte sie. Man müsse pfleglich mit ihr umgehen, damit man sich im Sommer noch daran erfreuen könne.

Aus Sicht der IWF-Chefin gibt es Risiken, dass der globale Konjunkturaufschwung verkümmern könnte....

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

20.03.2017, 12:14 Uhr

Sehr geehrter Herr Hildebrand,

vielleicht bin ich so abgebrüht, dass mich Gipfel-Diskussionen nicht besonders berühren. Aber verständlich sind diese Diskussionen nur, wenn man einen Blick auf die amerikanische Handelspolitik wirft.

Beim Besuch unserer Bundekanzlerin hat Trump betont, dass er kein Isolationist und gegen Abschottung und Protektionismus ist. Aber Trump fordert mit aller Macht "faire Handelsbeziehungen". Was das sein soll, hat er bislang nicht gesagt. Aber es ist unschwer zu verstehen, um was es ihm letzten Endes geht: Die amerikanischen Handelspartner sollen einen substantiellen Beitrag leisten, das hohe Defizit der amerikanischen Handelsbilanz abzubauen.

Über den Beitrag jeden Landes muß verhandelt werden. Also brauchen wir viele gute Ideen. Eine Idee ist beispielsweise der Vorschlag, Deutschland könne den USA beim Aufbau eines dualen Bildungssystems helfen. Ein anderes Beispiel ist die Idee, die Bundeswehr könne in großem Umfang Rüstungsgüter in den USA kaufen.

Doch zurück zum G20-Gipfel. Wer seinen Handelspartnern Zugeständnisse abringen will, braucht Druckmittel, die er auf keinen Fall aus der Hand geben darf. Ein Bekenntnis zum Freihandel herkömmlicher Art würde bedeuten, dass man nicht länger "unfaire Handelspraktiken" reklamieren kann. Und sicher wird man von den Amerikanern auch nicht erwarten können, dass sie alle verhandlungstaktische Gesichtspunkte mit Füßen treten und einen Verzicht auf Einfuhrzölle zu Protokoll geben.

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