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20.03.2017

13:34 Uhr

Gastbeitrag von Allianz-Chef Oliver Bäte

Die marode Ader der Weltwirtschaft

PremiumDie Weltwirtschaft schwächelt. Ein großes Problem sind die mangelnden Investitionen in die Infrastruktur. Damit mehr private Gelder fließen, sind zwei Hemmnisse abzuschaffen, fordert Allianz-Chef Oliver Bäte. Ein Gastbeitrag.

Oliver Bäte leitet die B20-Arbeitsgruppe „Financing Growth & Infrastructure“ und ist Vorstandsvorsitzender der Allianz SE. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com.

Der Autor

Oliver Bäte leitet die B20-Arbeitsgruppe „Financing Growth & Infrastructure“ und ist Vorstandsvorsitzender der Allianz SE. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com.

MünchenDie Weltwirtschaft ächzt unter schwachem Wachstum, schwachem Handel, schwacher Beschäftigung – und hat darüber hinaus ein Defizit, das Volkswirte und Regierungen umtreibt: mangelnde Investitionen in die Infrastruktur. Lückenhafte, veraltete, marode oder nicht vorhandene Kommunikations-, Versorgungs- und Verkehrsnetze bremsen Entwicklung und Wachstum. Wenn dieser Mangel nicht behoben wird, verringern sich in Süd und Nord, Ost und West die Chancen der Menschen, am potenziellen Wohlstand der Welt teilzuhaben.

Nicht weniger als 3,3 Billionen US-Dollar pro Jahr oder 3,8 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts müssten bis 2030 in Infrastrukturprojekte weltweit investiert werden, um mit dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum Schritt zu halten. Davon entfallen 60...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

20.03.2017, 14:26 Uhr

Lassen Sie mich zitieren: "Die Weltwirtschaft ächzt unter schwachem Wachstum, schwachem Handel. schwacher Beschäftigung und ... mangelnde Investitionen in die Infrastruktur". Man darf diese Aussage wohl dahingehend interpretieren, dass höhere Investitionen in die Infrastruktur gleichzeitig das Wirtschaftswachstum ankurbeln und neue Arbeitsplätze schaffen würden. Für diese These gibt es keinen Beleg.

Nehmen Sie als Beispiel eine Schule. Sie ist ein Gebäude, in dem Kinder unterrichtet werden. Wird sie renoviert oder neu gebaut, erleichtert dies das Leben der Kinder. Und eine Straße ist dazu da, dass Fahrzeuge von A nach B gelangen. Wird sie renoviert oder neu gebaut, gelangen die Fahrzeuge leichter von A nach B.

Aber das wirtschaftliche Wachstum bleibt davon unberührt. Es wird vor allem von den Investitionen der Firmen bestimmt. Deren Investitionskalkül hängt sehr stark von den Löhnen und Lohnnebenkosten ab. Steuern und Abgaben spielen ebenfalls eine große Rolle. Das gleiche gilt für die Strompreise, die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften und vieles andere mehr. Irgendwo spielt natürlich auch die Infrastruktur eine Rolle, aber wahrscheinlich ist sie von untergeordneter Bedeutung.

Nichts gegen Infrastrukturinvestitionen. Aber bitte nicht auf Pump. Und bitte nicht mit der Behauptung, sie hätten nicht nur einen Eigennutzen, sondern würden gleichzeitig tausend segensreiche Wirkungen entfalten.

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