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08.02.2017

11:39 Uhr

Gastbeitrag von Hans-Werner Sinn

Die Briten dürfen nicht abgestraft werden

PremiumDie EU statuiert an Großbritannien offenbar ein Exempel – damit kein anderes Land es wagt auszutreten. Das aber ist der falsche Weg, wer Europa mit Strafen und Zwangsmaßnahmen zusammenhalten will, riskiert, dass es das Schicksal der Sowjetunion erleidet. Ein Gastbeitrag von Hans Werner Sinn.

Hans-Werner Sinn ist Professor für Nationalökonomie an der Universität von München. AFP; Files; Francois Guillot

Der Autor

Hans-Werner Sinn ist Professor für Nationalökonomie an der Universität von München.

Theresa May hat die Entscheidung verkündet. Ohne Wenn und Aber wird Großbritannien aus der EU ausscheiden und dann neue Handelsabkommen vereinbaren. Lösungen wie für die Schweiz oder Norwegen gefallen den Briten nicht, weil sie ihre Immigrationspolitik allein bestimmen wollen. Sie wollen sich auch nicht mehr dem EuGH unterwerfen, den sie beschuldigen, interessengeleitete Entscheidungen getroffen zu haben.

Die EU-Offiziellen reagieren verschnupft und drohen an, Großbritannien den Freihandel zu verwehren. Man könne nicht zulassen, dass sich die Briten die Rosinen aus dem gemeinsamen Markt herauspicken. Freihandel und Freizügigkeit gehörten logisch zusammen. Auch bestehe die Gefahr, dass es Nachahmer gebe, wenn man Großbritanniens...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

08.02.2017, 14:01 Uhr

Ich kann die Gedankengänge von Herrn Sinn beim besten Willen nicht nachvollziehen. Es gibt Tausende von Gemeinschaften, die das Zusammenleben ihrer Mitglieder durch Statuten regeln. Als Beispiel darf eine Hausordnung gelten. Sie regelt, ob die Hausbewohner Tiere halten dürfen, wie die Säuberung des Treppenhauses zu erfolgen hat, welche Ruhestunden einzuhalten sind, welche Raumtemperaturen vorgeschrieben sind und vieles mehr.

Ohne solche festen Regeln können weder Menschen noch Staaten zusammen leben. Es kann keine Gemeinschaft geben, wenn sich jedermann genau diejenigen Regeln herauspickt, die ihm in den Kram passen und die übrigen allgemeinverbindlichen Regeln in die Tonne tritt. Um auf das obige Beispiel zurückzukommen: Wer nur einige Regelungen der Hausordnung akzeptiert, kann nicht Hausbewohner werden. Sonst gäbe es in dem Haus nur ewigen Streit, bis hin zu Mord und Totschlag.

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