Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2017

13:02 Uhr

Gastbeitrag zur Währungsunion

Deutschland muss Europa krisenfester machen

VonDaniel Gros

PremiumDer Euro-Zone droht das Japan-Syndrom: Niedrige Zuwächse für Produktivität und Gesamtwirtschaft engen den Handlungsspielraum der Regierungen ein. Ein Ziel ist jedoch erreichbar: die Währungsunion zu vollenden. Drei Dinge wären dafür wichtig. Ein Gastbeitrag.

Der Aufschwung in der Euro-Zone ist an Griechenland bisher vorbeigegangen. dpa

Parlament in Athen

Der Aufschwung in der Euro-Zone ist an Griechenland bisher vorbeigegangen.

Zunächst sei vorausgeschickt: Die Euro-Zone ist besser als ihr Ruf. Die Wirtschaft erholt sich, wenn auch langsam, von der „Euro“-Krise. Die Aussichten für 2017 sind gut, und die Beschäftigung nähert sich, auch im Durchschnitt des gesamten Euro-Raums, wieder den vorherigen Spitzenwerten. Die Arbeitslosigkeit ist nur deshalb in einigen Mitgliedsländern noch relativ hoch, weil Millionen neu am Arbeitsmarkt teilnehmen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist noch nicht zufrieden, weil, zugespitzt formuliert, die Preise zu stabil bleiben. Die EZB peilt eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an. In Deutschland steigen die Preise wieder kräftiger an, aber eine Inflationsrate von circa zwei Prozent...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

28.02.2017, 16:04 Uhr

Sehr geehrter Herr Gros,

sehen Sie mir bitte nach, dass mich Ihr Thema bislang noch nie beschäftigt hat. Aber vielleicht darf ich dennoch einige Einwände vortragen.

Als ich vor vielen Jahren noch zur Hochschule ging, sahen meine Professoren die Modernisierung des Produktionsapparates durch technische Fortschritte als Hauptquelle der Produktivitätsfortschritte an. Dass ältere Mitarbeiter weniger produktiv sein sollen als Jüngere, habe ich noch nie gehört. Das Gleiche gilt für die These, für die niedrigen Wahstumsraten in Europa würde der EURO verantwortlich gemacht. Und was Sie unter "Strukturreformen" verstehen, haben Sie leider nicht verraten.

Ein anderes Thema ist die politische Situation. In vielen europäischen Ländern dringen Rechtspopulisten vor, die zurück zum Nationalstaat wollen und alles andere als "mehr Europa" anstreben. Vielleicht ist es deshalb angezeigt, bei der europäischen Harmonisierung einige Jahre Pause einzulegen.

Zum EURO. In der jahrelangen Diskussion vor seiner Einführung wurde von Politik und Wissenschaft immer wieder gesagt, dass die Voraussetzung für seinen dauerhaften Erfolg die Harmonisierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik ist. Heute sehen wir, dass diese Voraussetzung nicht einmal ansatzweise realisiert wurde.
Und nun? Sollen wir die zum Scheitern verurteilte Währungsunion durch immer neue Instrumente verteidigen? Gegen den erbitterten Widerstand der Populisten und vieler Wähler verteidigen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×