Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.06.2015

16:10 Uhr

Griechenland

Die Schlacht um Athen

VonJan Hildebrand

PremiumJa oder Nein: Die Griechen sollen beim Referendum am Sonntag eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage finden. Der Propaganda-Kampf um das Referendum wird aber europaweit geführt, meint Jan Hildebrand.

Ein „Nein“ an einer Hausfassade in Athen: Und ein „Nein“ soll her beim Referendum, so will es die griechische Regierung. dpa

Griechenland-Krise

Ein „Nein“ an einer Hausfassade in Athen: Und ein „Nein“ soll her beim Referendum, so will es die griechische Regierung.

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat den Europäern gedroht, gegen einen möglichen Ausschluss seines Landes aus der Währungsunion zu klagen. Das ist insofern bemerkenswert, als bisher kein europäisches Regierungsmitglied einen Grexit gefordert hat. Im Gegenteil: Selbst Varoufakis’ Intimfeind Wolfgang Schäuble betonte nach den gescheiterten Gesprächen öffentlich, Griechenland bleibe im Euro.

Das ist zunächst weniger ein Wunsch als eine Tatsachenbeschreibung. In den EU-Verträgen ist keine Möglichkeit vorgesehen für einen Austritt aus der Währungsunion, geschweige denn einen Rauswurf. Der Euro ist als irreversibel angelegt – was nicht heißt, dass es nicht doch zum Grexit kommen könnte.

Wie reagiert der IWF auf einen Zahlungsverzug?

Zahlungsverzug tritt sofort ein

Zahlungsaufforderung durch Stab des Internationalen Währungsfonds (IWF); betreffender Staat hat keinen Zugriff mehr auf IWF-Mittel.

Quelle: IMF Financial Operations 2014, S. 139

Zwei Wochen nach Zahlungsverzug

IWF-Leitung kontaktiert zuständigen IWF-Gouverneur, drängt auf sofortige Zahlung.

Ein Monat nach Zahlungsverzug

IWF-Direktor setzt Exekutivausschuss von Zahlungsverzug in Kenntnis.

Sechs Wochen nach Zahlungsverzug

IWF-Direktor benachrichtigt betreffenden Staat, dass ohne sofortige Zahlung eine Beschwerde beim Exekutivausschuss eingereicht wird.

Zwei Monate nach Zahlungsverzug

IWF-Direktor leitet Beschwerde an Exekutivausschuss.

Drei Monate nach Zahlungsverzug

Beschwerde wird im Exekutivausschuss behandelt; Zugriff des betreffenden Staates auf allgemeine Mittel des IWF wird beschränkt. Bei Verzug von Verpflichtungen bezgl. Sonderziehungsrechten (SZR) wird Recht auf Nutzung von SZR ausgesetzt.

Aber festzuhalten bleibt: Viele Verantwortliche, von...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×