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18.02.2015

07:58 Uhr

Griechenland und die Eurogruppe

Endspiel um Athen

VonRuth Berschens, Jan Hildebrand, Jens Münchrath

PremiumGriechenlands Regierungschef Tsipras lässt es auf eine Machtprobe mit dem Rest Europas ankommen. Er verlangt Hilfe ohne Gegenleistung. Gibt es bis Ende der Woche keinen Kompromiss, droht Griechenland die Staatspleite.

Die anderen Euro-Staaten stellen sich geschlossen gegen ihn. Reuters

Regierungschef Tsipras

Die anderen Euro-Staaten stellen sich geschlossen gegen ihn.

Brüssel/Berlin/DüsseldorfDas Ultimatum ist eines der schärfsten Mittel der Diplomatie. Wer es ausspricht, sollte bereit sein, notfalls bis zum Äußersten zu gehen. Sonst verliert die Drohung schnell ihre einschüchternde Kraft. Die Euro-Finanzminister haben den Griechen jetzt ein Ultimatum  gestellt. Bis Freitag muss das  Land schriftlich eine Verlängerung des laufenden Hilfsprogramms beantragen – und zugleich ein Bekenntnis zu Schuldendienst und Reformen ablegen. Wenn die neue Regierung um Alexis Tsipras diese Zusagen verweigert und die Euro-Partner hart bleiben, wäre eine Staatspleite Griechenlands kaum noch zu vermeiden. Die Folge wäre ein Griechenland ohne Euro.

Die nächsten Stationen im griechischen Schuldendrama

27. Februar

Genau drei Jahre, nachdem der Bundestag dafür gestimmt hatte, ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland aufzulegen, haben die Abgeordneten dieses um vier Monate verlängert. Damit soll Athen mehr Zeit bekommen, die Auflagen umzusetzen, damit noch nicht ausgezahltes Geld aus den Hilfstöpfen fließen kann. Das geschieht aber nicht sofort.

28. Februar

Um Mitternacht wäre das geltende Hilfsprogramm ausgelaufen.

Ende April

Bis dahin sollen Athen und die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die bislang nur grob vereinbarten Reformvorhaben weiter ausarbeiten und mit konkreten Zahlen unterlegen. Sind alle einverstanden, kann Geld ausgezahlt werden. Dafür ist auch die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestags nötig.

Wie viele Euro Griechenland noch zustehen, ist nicht ganz klar. Da ist zum einen die noch ausstehende Tranche aus dem Hilfsprogramm von 1,8 Milliarden Euro. Außerdem liegen rund 1,9 Milliarden Euro aus Gewinnen der EZB mit griechischen Staatsanleihen bereit. Einschließlich weiterer Mittel des IWF hofft Athen auf eine Summe von 7,2 Milliarden Euro.

30. Juni

An diesem Tag läuft das nun verlängerte zweite Hilfsprogramm aus. Viele Fachleute und Finanzpolitiker gehen davon aus, dass anschließend ein drittes Hilfspaket für Griechenland nötig sein wird. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dies nie ausgeschlossen. Ob und in welcher Höhe ein solches Programm kommt, dürfte für neue harte Debatten sorgen.

20. Juli

Griechenland muss Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Analysten zufolge dürfte Athen bis zu diesem Termin finanziell über die Runden kommen. Danach wäre das Land aber vermutlich auf weitere Hilfe angewiesen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

20. August

Weitere 3,2 Milliarden Euro an die EZB werden fällig.

Momentan sieht es so aus, als würden...

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