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26.10.2015

17:07 Uhr

Interview mit Serbiens Premier Vucic

„Wir bauen keine Grenzzäune“

VonHans-Peter Siebenhaar

PremiumSerbiens Premier Vucic schließt die Errichtung von Grenzzäunen aus, bewundert Angela Merkel als Führungspersönlichkeit Europas und freut sich über Erfolge bei der Korruptionsbekämpfung und Entmachtung der Oligarchen.

Im Jahr 2014 wurde der Jurist Ministerpräsidenten von Serbien. Vucic führt mit seiner „Fortschrittspartei“ (SNS) eine Koalition mit den Sozialisten an. Der national-konservative Politiker fährt einen proeuropäischen Kurs und hat Reformen eingeleitet. Serbien ist EU-Beitrittskandidat. Vucic sucht vor allem die Nähe zu Deutschland, ohne die historisch guten Beziehungen zu Russland zu vernachlässigen. Kritiker werfen ihm aber vor, nicht gründlich genug gegen Oligarchen und Korruption vorzugehen. Außerdem herrscht in Serbien keine Medienfreiheit nach EU-Maßstab. Der 45-jährige Belgrader Politiker agierte selbst zwischen 1998 und 2000 als Informationsminister. Als nationalistischer Propagandist verhinderte er die Medienfreiheit systematisch. Er bezeichnete sein damaliges Handeln später als politischen Fehler. dpa

Aleksandar Vucic

Im Jahr 2014 wurde der Jurist Ministerpräsidenten von Serbien. Vucic führt mit seiner „Fortschrittspartei“ (SNS) eine Koalition mit den Sozialisten an. Der national-konservative Politiker fährt einen proeuropäischen Kurs und hat Reformen eingeleitet. Serbien ist EU-Beitrittskandidat. Vucic sucht vor allem die Nähe zu Deutschland, ohne die historisch guten Beziehungen zu Russland zu vernachlässigen. Kritiker werfen ihm aber vor, nicht gründlich genug gegen Oligarchen und Korruption vorzugehen. Außerdem herrscht in Serbien keine Medienfreiheit nach EU-Maßstab. Der 45-jährige Belgrader Politiker agierte selbst zwischen 1998 und 2000 als Informationsminister. Als nationalistischer Propagandist verhinderte er die Medienfreiheit systematisch. Er bezeichnete sein damaliges Handeln später als politischen Fehler.

BelgradNoch immer erinnert in Belgrad das von der Nato zerstörte Verteidigungsministerium an den Balkankrieg der 1990er-Jahre. Und gleich um die Ecke regiert der einst aggressive Nationalist Aleksandar Vucic. Doch der national-konservative Politiker gibt sich heute proeuropäisch und wirtschaftsnah. Gerade kommt er von der Eröffnung einer wichtigen Brücke zwischen Serbien und Bosnien-Herzegowina zurück. In Outdoor-Stiefeln, leicht abgehetzt nach einer eineinhalbstündigen Autofahrt, nimmt Vucic im halbrunden Besprechungsraum der Regierungszentrale Platz.

Herr Premierminister, Serbien ist das zentrale Land auf der Balkanroute der Migranten. Wird das Flüchtlingsproblem Einfluss auf die wirtschaftliche Erholung Ihres Landes haben?

Der Erholungskurs geht weiter. Anfang November wird die...

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