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19.03.2017

16:15 Uhr

Kommentar zu Donald Trump

Transatlantische Konfrontation

VonSven Afhüppe

PremiumAuch nach dem Antrittsbesuch von Angela Merkel bleibt US-Präsident Donald Trump bei seinen harten Positionen gegenüber den Nato-Partnern. Gemeinsame Werte sind schwer zu finden, weitere Konflikte sind zu befürchten.

Nach seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (links) bleibt der US-Präsident auf Konfrontationskurs. AFP; Foto: Yuri Gripas

Donald Trump

Nach seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (links) bleibt der US-Präsident auf Konfrontationskurs.

DüsseldorfWer gehofft hatte, mit dem Antrittsbesuch von Angela Merkel bei US-Präsident Donald Trump sei die Grundlage für eine Normalisierung der transatlantischen Beziehungen gelegt worden, muss sich selbst eines Besseren belehren. Der amerikanische Präsident bleibt bei seinen harten Positionen und verschärft den Konflikt mit den internationalen Partnern sogar noch.

Auf dem Heimflug der Kanzlerin teilte Trump über den Nachrichtendienst Twitter mit, dass Deutschland seiner Nation riesige Summen schulde für die „gewaltige und sehr teure Verteidigung, welche die Vereinigten Staaten für das Land leisten“. Amerika müsse mehr Geld bekommen, forderte er erneut. Und seinen Finanzminister ließ der US-Präsident beim G20-Treffen im...

Kommentare (2)

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Frau Edelgard Kah

19.03.2017, 17:36 Uhr

Sehr geehrter Herr Afhüppe,

eigentlich könnten Sie gemerkt haben, dass es Donald Trump mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Dass er oft abenteuerliche Behauptungen in die Welt setzt und sich später nicht einmal geniert, wenn er eindeutig widerlegt wird. Dass er sich oft in Widersprüche verstrickt und seine Haltung oft einem Zick-Zack-Kurs folgt.

Bei einem Menschen mit solch inneren Widersprüchen macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, jedes seiner Worte auf die Goldwaage zu legen und drei Stunden hin- und her zu interpretieren. Ein Beispiel dafür ist Trumps Behauptung, Deutschland würde den USA riesige Summen für die Verteidigung schulden. Mein Vorwurf ist, dass sich der verehrte Herr Afhüppe mit einem solchen Unsinn ernsthaft abgibt, dass er dummes Zeig wie ein ernsthaftes Thema behandelt.

Beim Thema Handel habe ich bereits mehrfach ausgeführt, dass Trump ernsthaft und mit aller Macht einen "fairen Handel" fordert. Trump versteht darunter, dass die amerikanischen Handelspartner stark zum Abbau des amerikanischen Handelsbilanzdefizits beitragen. Klar ist auch, dass der Inhalt dieser Beiträge noch ausgehandelt werden muß. Deswegen nimmt Trump die Möglichkeit einer Importsteuer auch nicht vom Tisch, er benötigt sie als Drohmittel.

Dass Zugeständnisse aus der Sicht der Europäer kein Grund zur Freude sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Aber ein amerikanischer Präsident, der selbstredend amerikanische Interessen zu vertreten hat, ist deswegen noch längst kein Feind. Im Gegenteil. Ich glaube, dass er berechtigte Interessen vertritt. Ein amerikanisches Leistungsbilanzdefizit von um die 500 Milliarden Dollar bedeutet, dass die Amerikaner Jahr für Jahr mit Riesensummen auf Pump im Ausland einkaufen.

Frau Edelgard Kah

20.03.2017, 17:38 Uhr

Sehr geehrter Afhüppe,

dass der Zwist zwischen den USA und ihren Partnern nicht auf dem Feld der NATO und der Verteidigungsausgaben liegt, dass hier von seiten der USA nur Scheinargumente vorgetragen wewrden, werden Sie selbst wissen.

Im Mittelpunkt des transatlantischen Streits stehen Trumps "faire Handelsbeziehungen". Was er darunter versteht, hat er bislang nicht ausgeführt. Ich vermute, dass die amerikanischen Handelspartner substantielle Beiträge zum Abbau des amerikanischen Leistungsdefizits leisten sollen.

Aber der Inhalt dieser Beiträge steht noch nicht fest. Wir wissen nur, dass unsere Phantasie gefordert ist, dass wir Angebote machen müssen und dass dann irgendwann verhandelt werden wird.

Sagen wir es ungeschminkt: Trump will seine Verhandlungspartner zu Zugeständnissen zwingen.
Daraus folgt, dass er seine Druckmittel nicht aus der Hand geben kann. Er kann weder den Freihandel loben noch eine Einfuhrsteuer absagen. Und aus meiner Sicht ist auch verständlich, dass er unsere Bundeskanzlerin nicht mit Wangenküsschen, sondern mit mürrischem Gesicht empfängt.

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