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12.10.2017

18:54 Uhr

Kommentar zu Katalonien

Wehret den Anfängen!

VonJens Münchrath

PremiumIm spanischen Konflikt geht es um mehr als nur um die Unabhängigkeit Kataloniens. Es geht um die Frage, ob der Nationalismus sich in Europa durchsetzt. Das Streben nach Abgrenzung ist der neue Zeitgeist. Ein Kommentar.

Katalonien ist überall: Schottland, Venetien, Sardinien, die Lombardei, Flandern, Südtirol, eines Tages vielleicht sogar Bayern streben nach Abgrenzung. AP

Barcelona

Katalonien ist überall: Schottland, Venetien, Sardinien, die Lombardei, Flandern, Südtirol, eines Tages vielleicht sogar Bayern streben nach Abgrenzung.

Wenn uns diese katalanische Krise eines deutlich vor Augen führt, dann das: Nationalstaaten sind fragile Gebilde. Sie schöpfen ihre Legitimität nicht allein aus Artikeln der Verfassung. Ihre langfristige Stabilität hängt vor allem davon ab, dass sich die Bürger, Gruppen und auch Minderheiten im Staatswesen repräsentiert sehen.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu, aber sie sind wichtig, um nicht nur die spanische Verfassungskrise zu verstehen. Denn Katalonien ist überall: Schottland, Venetien, Sardinien, die Lombardei, Flandern, Südtirol, eines Tages vielleicht sogar Bayern – das Streben nach Abgrenzung ist der neuer Zeitgeist.

Dieser Geist hat einen Donald Trump ins Weiße Haus getragen, die Briten...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

13.10.2017, 12:54 Uhr

Sehr geehrter Herr Münchrath,

Sie reden von Nationalismus, Separatismus und Abgrenzung. Ich glaube, dass diese Begriffe die Probleme nicht zutreffend beschreiben.

Wie wäre es mit Föderalismus? Das ist die Staatsform der Bundesrepublik Deutschland. Sie beschreibt, dass es neben der Zentralgewalt auch Länder und Gemeinden gibt, die bestimmte Aufgaben und Kompetenzen haben.

Natürlich kann man lange darüber streiten, welche Kompetenzen die Zentralgewalt haben sollte. Nehmen Sie als Beispiel die EU. Sie werden sicher bemerkt haben, dass die Briten ausgetreten sind und es in sehr vielen Ländern europakritische Parteieien gibt. Wie wollen wir die Existenz dieser europakritischen Parteien interpretieren? Ist das die Rückkehr des Nationalismus? Oder haben die Leute einfach nur die Schnauze voll, von der Wiege bis zur Bahre von Brüssel aus gegängelt zu werden.

Nebenbei gibt es noch Leute wie unseren Sonnenkönig Macron, die Europa neu erfinden wollen. Auf was das rausläuft, ist unschwer zu erraten: Macron geht es darum, zusammen mit Madame Merkel einen Block von 500 Millionen Leuten zu beherrschen. Muß man da dafür sein? Oder darf man für die Sturm auf die Bastille schwärmen, die Kaiser, Könige und Fürsten hinweggefegt hat?

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