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22.09.2016

13:36 Uhr

Leben auf Kosten anderer

Die ganz normale Katastrophe

VonStephan Lessenich

PremiumOb Kaffeekapseln, Smartphones oder SUVs: Für unseren alltäglichen Luxus werden anderswo Bodenschätze geplündert und Lebensräume zerstört. Wir ignorieren das. Zeit für ein Rendezvous mit der Realität. Ein Gastbeitrag.

Stephan Lessenich ist Vorsitzender der Deutschen Soziologischen Gesellschaft, lehrt an der LMU München und ist Publizist. Nächsten Montag erscheint bei Hanser Berlin sein Buch „Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis“. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com.

Der Autor

Stephan Lessenich ist Vorsitzender der Deutschen Soziologischen Gesellschaft, lehrt an der LMU München und ist Publizist. Nächsten Montag erscheint bei Hanser Berlin sein Buch „Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis“. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com.

Erinnern Sie sich? Vermutlich nicht, ist ja bald ein Jahr her. Und war weit weg. In der brasilianischen Bergbaustadt Mariana, im Bundesstaat Minas Geirais. Im November vergangenen Jahres brechen dort die Dämme zweier Rückhaltebecken, in denen Abwässer einer Eisenerzmine gesammelt wurden. 60 Millionen Kubikmeter schwermetallhaltigen Schlamms ergießen sich über die Anrainergemeinde Bento Rodrigues und in den Flusslauf des Rio Doce. Der ehedem „Süße Fluss“ wird auf drei Vierteln seines 850 Kilometer langen Laufs zu einem giftigen Strom aus Rückständen von Eisen, Blei, Quecksilber, Zink, Arsen und Nickel.

Eine Viertelmillion Menschen sind damit von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten, nach 14 Tagen erreicht...

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