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09.05.2017

06:21 Uhr

Macron zum Präsidenten gewählt

Ein neuer Hoffnungsträger für Europa

VonRuth Berschens

PremiumFrankreich hat gewählt und Europa atmet auf, das ist spürbar. Auch Deutschland profitiert von einem starken Macron. Die Bundesregierung sollte sich daher gut überlegen, was sie für ihn tun kann. Eine Analyse.

Berlin sollte ein Signal guten Willens nach Paris schicken. dpa

Wahlsieger Macron

Berlin sollte ein Signal guten Willens nach Paris schicken.

Am europäischen Himmel ist ein neuer Stern aufgegangen: Emmanuel Macron hat die EU und den Euro gerettet. Sowohl die europäische Staatengemeinschaft als auch der gemeinsame Währungsraum wären in akute Gefahr geraten, wenn die Neonationalistin Marine Le Pen die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewonnen hätte. Das hat Macron verhindert – und damit nicht nur seinem eigenen Land, sondern ganz Europa einen historischen Dienst erwiesen. Noch nie hat der Ausgang einer französischen Präsidentschaftswahl so viel Erleichterung ausgelöst, nie zuvor schlug dem Wahlsieger so viel Dankbarkeit entgegen – auch aus Deutschland.

So geht diese Wahl mit einer wichtigen Erkenntnis einher – nämlich, dass uns...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

09.05.2017, 11:13 Uhr

Sehr geehrte Frau Berschens,

vom Grundsatz her gebe ich Ihnen völlig recht: Deutschland sollte Macron nach Kräften unterstützen. Aber einem Patienten helfen kann man nur, wenn man seine Krankheit kennt.

Ich glaube, dass das französische Grundproblem die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft ist. Wenn dem so ist, muß die französische Wirtschaft Kostenballast abwerfen. Wer zu teuer produziert, hat im internationalen Wettbewerb das Nachsehen. Klingt banal. Ist aber von zentraler Bedeutung. Beispiele gefällig?

EURO-Bonds oder eine Fiskalunion mögen vielleicht den französischen Staatshaushalt um einige Milliarden entlasten. Aber die eingesparten Milliarden müssen dazu eingesetzt werden, die Produktionskosten der französischen Wirtschaft zu senken (Senkung von Steuern und Abgaben, Abschreibungserleichterungen).

Ein zweites Beispiel: Wird in Deutschland die Konsumnachgrage angefacht, heißt das nicht, dass die Deutschen nun die überteuerten französischen Waren kaufen würden. In Frankreich einkaufen, muß niemand. Es gibt eben preiswertere Alternativen.

Vielleicht denken Sie gelegentlich auch einmal an Griechenland. Es hat Schulden- und Haushaltsprobleme, die natürlich gelöst werden müssen. Aber auf Dauer gesehen hilft dem Land nur eine starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft.

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