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02.04.2017

09:40 Uhr

Populisten an der Macht

Die Inkompetenz des Bösen

VonJan-Werner Müller

PremiumWer glaubt, dass Trumps Regierungszeit vorzeitig enden könnte, wird wohl enttäuscht werden. Beispiele wie Erdogan, Orbán der Chávez zeigen: Wir werden die Populisten nicht so leicht wieder los. Ein Gastbeitrag.

Jan-Werner Müller ist Politikwissenschaftler an der Princeton University. Sein Beitrag ist in der Zeitschrift „Foreign Policy“ erschienen.

Der Autor

Jan-Werner Müller ist Politikwissenschaftler an der Princeton University. Sein Beitrag ist in der Zeitschrift „Foreign Policy“ erschienen.

In diesen düsteren Zeiten für die amerikanische Demokratie finden einige Liberale Trost in dem Gedanken, dass der Trumpismus – so schlimm er erscheinen mag – im Grunde nicht regierungsfähig sei. Im Weißen Haus herrscht das Chaos; der Präsident selbst zieht polternde Wahlkampfauftritte dem Regierungshandeln vor. Und die Bannons und Millers führen bislang vor, was ein Beobachter sehr treffend als „Inkompetenz des Bösen“ bezeichnet hat.

Diese Eindrücke fügen sich zu einem Bild zusammen, dem zufolge Populisten nicht in der Lage sind, ordentlich zu regieren. Ihre politischen Ideen sind allem Anschein nach so simpel gestrickt, dass sie in der Praxis versagen....

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

03.04.2017, 14:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Müller,

ich bin kein Politikwissenschaftler und kann Ihnen bei Ihrem Thema das Wasser nicht reichen. Zudem weiß ich auch nicht, wie man Populisten, die sich alle Macht im Staat gesichert haben, wieder loswerden könnte. Aber reden wir einmal über den Nährboden, der die Herren zur Macht gelangen läßt.

Ich glaube, dass in allen Fällen das Versagen der Vorgänger-Regierungen die Hauptursache ist.

Wir können beispielweise zurückgehen bis in die Weimarer Republik. Trügt meine Erinnerung, dass es damals keine Politiker gab, die der Arbeitslosigkeit und Persprektivlosigkeit das hoffnungsvolle Bild einer besseren Zukunft entgegengesetzt haben?

Trügt meine Erinnerung, dass im Jahr 2015 das Flüchtlingsthema akut war? Dass sämtliche deutschen Politiker Anhänger einer Willkommenskultur waren und dabei überhaupt keine Grenzen kannten. Dass die Herren bereit waren, die gesamte Bevölkerung des Nahen Ostens und Afrikas aufzunehmen und in Europa zu verteilen.

Oder reden wir einmal über die Globalisierung. Gemeint ist damit, dass in den letzten 30 Jahren in Entwicklungsländern mit Hilfe westlicher Konzerne Industrien aufgebaut wurden. Industrien, die mit einem Zehntel unserer westlichen Produktionskosten produzierten und die Weltmärkte eroberten. Auch den riesigen Markt der USA. Dass China zur Werkbank wurde und in den USA eine Branche nach der anderen vom Markt gefegt wurde, ist den amerikanischen Politikern der letzten 30 Jahre sicher nicht entgangen. Aber des Themas angenommen hat sich erst Donald Trump.

Oder reden wir einmal über die EU. Dass es in Brüssel eine Zentralregierung gibt, wird niemand kritisieren wollen. Aber vielleicht hat sie im Lauf der Jahrzehnte ihre Regelungskompetenzen zu Lasten der Nationalstaaten so stark überdehnt, dass heute politische Gegenbewegungen zu registrieren sind.

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