Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.05.2017

11:44 Uhr

Pro und Contra

Soll Deutschland Macron helfen?

VonJan Hildebrand, Torsten Riecke

PremiumMerkel und Macron sollen die EU retten. Doch Frankreichs neuer Präsident hat genug Probleme vor der eigenen Haustür zu bewältigen. Sollte die Bundesregierung ihn unterstützen? Und wenn ja, wie? Ein Pro-und-Contra.

Das neue politische Powerpaar der EU. AFP; Files; Francois Guillot

Angela Merkel und Emmanuel Macron

Das neue politische Powerpaar der EU.

Pro: Im deutschen Interesse

Man stelle sich vor, die französische Rechtsradikale Marine Le Pen würde am Sonntag in den Élysée-Palast einziehen und als Erstes ein Referendum über den Euro und den Verbleib Frankreichs in der EU ankündigen. Europas Schicksal wäre besiegelt. Deutschland stünde mit dem Rücken zur Wand. Alle deutschen Zuchtmeister, die in diesen Tagen, noch bevor Emmanuel Macron am Sonntag offiziell zum Präsidenten Frankreichs gekürt wird, bereits mit ihrem Stock in Richtung Paris drohen, sollten dieses Schreckensszenario im Kopf behalten. Wir Deutschen brauchen den Erfolg Macrons beinahe ebenso sehr wie die Franzosen.

Heißt das, die Deutschen müssen jetzt Euro-Bonds...

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Rainer Hake

11.05.2017, 12:55 Uhr

Beide Positionen haben in sich betrachtet recht. Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte von zwei gegensätzlich Positionen. Hilfe zur Selbsthilfe war über viele Jahre der Slogan in der Entwicklungshilfe, wobei natürlich Frankreich kein Entwicklungsland ist. Dennoch kann man das wohl übertragen. Rücksichtnahme bei bestimmten Defizitkriterien könnte schon helfen bestimmte Dinge in der Arbeitsmarktpolitik auf den richtigen Weg zu bringen. Hier ist wohl der größte Widerstand zu erwarten von der linken Seite und den Gewerkschaften. (siehe Hartz4). Den Spielraum erweitern wie es auch Deutschland genutzt hat bei den Reformen. Die EU bedarf auch grundsätzlicher Reformen und da kann nur der Schulterschluss zwischen den Gründungsstaaten der EWG unter Einbeziehung der Skandinavier helfen. Die ehemaligen Ostblockstaaten die man leichtfertig in die EU aufgenommen hat, obwohl sie weit von Demokratie und wirtschaftlichen Erfolgen entfernt sind muss man langsam und mit Nachdruck an unsere Wertvorstellungen herführen.

Frau Edelgard Kah

11.05.2017, 14:30 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure,

Sie haben viele Argumente vorgetragen. Aber was ist der entscheidende Punkt?

Fangen wir mit den Briten einmal an. Warum sind Sie aus der EU ausgetreten? Haben Sie sich geärgert, weil sie die Kompetenzen der Brüsseler Kommission als zu klein empfanden? Oder wollten sie zurück zum Nationalstaat? Die Antwort liegt auf der Hand.

Betrachten wir als nächstes die rechtspopulistischen Parteien, die in einigen Ländern großen Zulauf haben. Sie sind samt und sonders nationalistisch, wollen zurück zum Nationalstaat. Noch mehr Kompetenzen an Brüssel abgeben, ist für sie ein rotes Tuch. Das gilt erst recht bei weitreichenden Vorhaben, die alles Dagewesene in den Schatten stellen. Ein gemeinsames Parlament und ein gemeinsamer Finanzminister für die EURO-Länder. Abstimmungen und Mehrheiten, die über die Steuern und Ausgaben auch unseres Landes entscheiden. Wollen Sie damit alle deutschen Wähler vergraulen und zur AfD treiben? Und glauben Sie wirklich, dass Sie mit solchen Ideen Frau Le Pen das Wasser abgraben? Ich glaube, dass Sie ihr damit zur Macht verhelfen.

Meine Meinung: Macron hin, Macron her. Die Einigung Europas braucht einige Jahre Pause.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×