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02.03.2017

12:21 Uhr

Säuberungen in der Türkei

Erdogans Kontrollverlust

VonOzan Demircan

PremiumNach der Säuberungswelle hat der türkische Staatschef Erdogan eine Bürokratie erschaffen, die sich kaum kontrollieren lässt. Die Folge: Die Bürger verlieren das Vertrauen in die Institutionen.

Der türkische Präsident verfolgt zwei Ziele: Den Terrorismus bekämpfen und ein Präsidialsystem einführen. Dabei hat er die Kontrolle über sein eigenes System verloren. dpa

Staatschef Erdogan

Der türkische Präsident verfolgt zwei Ziele: Den Terrorismus bekämpfen und ein Präsidialsystem einführen. Dabei hat er die Kontrolle über sein eigenes System verloren.

IstanbulMurat Inam war ausgewählt worden, um missliebigen Journalisten das Handwerk zu legen. Der fleißige Staatsanwalt aus Istanbul sollte im Herbst die Anklage gegen mehrere Redakteure der Tageszeitung „Çumhuriyet“ vorbereiten. Allein, das Büro einer anderen Staatsanwaltschaft hatte gleichzeitig eine Anklage gegen 54 Richter und Staatsanwälte vorbereitet. Sie warf diesen Leuten vor, die verhasste Gülen-Bewegung unterstützt zu haben, und forderte Dutzende Jahre Haft. Unter den Angeklagten in diesem Fall: Murat Inam. Der Mann saß im einen Gerichtssaal auf der Seite der Kläger, im anderen auf der Bank der Angeklagten.

Vizeregierungschef Mehmet Simsek musste den Vorfall zugeben und damit indirekt einräumen: Die...

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