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24.01.2017

16:02 Uhr

TPP-Ausstieg der USA

Trumps erster Schuss ins Knie

VonTorsten Riecke

PremiumTrumps Ausstieg aus dem TPP-Abkommen ist keine Überraschung, aber ein Signal – und zwar kein gutes. Er schadetet damit den USA, und das nicht nur wirtschaftlich. Für China hingegen ist es eine Einladung. Eine Analyse.

Der Ausstieg aus dem Freihandelsabkommen TPP ist ein geopolitisches Desaster. Reuters, Sascha Rheker

US-Präsident Trump

Der Ausstieg aus dem Freihandelsabkommen TPP ist ein geopolitisches Desaster.

An seinem ersten Arbeitstag im Weißen Haus hat der neue US-Präsident Donald Trump seine Ankündigung wahr gemacht und mit einem Federstrich den Ausstieg aus dem Freihandelsabkommen der Trans Pacific Partnership (TPP) vollzogen. Auch wenn das keine Überraschung mehr ist, ein Signal ist es allemal. Und zwar kein gutes. Amerika zieht sich damit nämlich nicht nur aus einem Abkommen zurück, das dem Land mehr wirtschaftliche Vor- als Nachteile gebracht hätte.

Trump stößt zudem zahlreiche Verbündete im Pazifik vor den Kopf – allen voran Japan. Amerika verliert damit in der Region dramatisch an Reputation und Einfluss. Last, but not least: Der Rückzug...

Kommentare (2)

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Frau Edelgard Kah

24.01.2017, 17:20 Uhr

Sehr geehrter Herr Riecke,

ich stimme Ihnen in praktisch allen Punkten voll zu. Eine winzige Ausnahme gibt es aber. Kritisch sehe ich das Argument, in den USA seien 85 % der verlorenen Arbeitsplätze von neuen Technologien wegrationalisiert worden. Das Argument mag richtig sein. Aber die arbeitssparenden Technologien gab es sicher nicht nur in den USA, sondern beispielsweise auch in Deutschland.

Aber in unserem Land wurde über Jahrzehnte hinweg bei jeder Veranstaltung oder Ansprache hervorgehoben, dass wir so viel wie nur möglich in Forschung und Entwicklung investieren müssen. Dass wir einen ständigen Strom von neuen Produkten und modernisierten Produktionsverfahren brauchen. Dass wir gegenüber Billiglohnländern und nachstoßenden Wettbewerbern nur wettbewerbsfähig bleiben werden, wenn wir an der Spitze des technischen Fortschritts mitmarschieren.

Der Unterschied zu den USA liegt somit bei der Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätze.

Unbekannt

25.01.2017, 10:33 Uhr

Das Problem der USA ist, dass sie es nicht verstanden haben die von Ihnen entwickelten neuen Technologien im industriellen Prozess sinnvoll einzusetzen. Dies beruht auf der falschen ideologischen Annahme, dass die produzierende Industrie eine Sache der Vergangenheit ist. Es sollten heute schon 90 % des GNP durch die Serviceindustrie erwirtschaftet werden. Die Briten haben sich nach dem gleichen Muster aufgestellt. Jetzt stellt sich heraus, dass insbesondere Deutschland den besseren Weg gegangen ist, und die alten Industrien zum Teil nach China verlagert, aber die wertvollen Teile wie Maschinenbau und Autoindustrie mit den neuesten Technologien wetbewerbsfähiger gemacht hat.

Jetzt merkt man in GB und den USA, dass man die letzten 20 Jahre den falschen Zielen gefolgt ist. Aber anstatt in Anwendungstechnologie für die Industrie zu investieren, schließ man die Grenzen. Den Preis werden die Bürger dieser Länder zahlen.

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