Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2017

11:01 Uhr

Trumps Steuerpläne

Die gefährliche Reform

VonMartin Greive, Torsten Riecke, Moritz Koch

PremiumUS-Präsident Trump spricht von der „größten Reform aller Zeiten“. Tatsächlich könnten seine Pläne einen Steuersenkungswettlauf zwischen den Industriestaaten auslösen – und auch die Ungleichheit in den USA verschärfen.

Der amerikanische Präsident feiert seine 100-Tage-Bilanz und seine Steuerreform. AP

Donald Trump

Der amerikanische Präsident feiert seine 100-Tage-Bilanz und seine Steuerreform.

Berlin/WashingtonBei Donald Trump ist immer alles eine Nummer größer. Natürlich auch seine vergangene Woche vorgelegte Steuerreform. Die war „gigantisch“, die „bedeutendste seit einer Generation“, ach was, die „größte aller Zeiten“, schwärmte der US-Präsident.

Mit seiner Steuerreform will der US-Präsident einen großen Wurf landen. Sage und schreibe drei bis sechs Billionen Dollar könnte die Reform kosten. Allein die Senkung der Unternehmensteuern von 35 auf 15 Prozent entlastet die US-Wirtschaft jährlich um 240 Milliarden Dollar, hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) errechnet, wie das Handelsblatt aus Verbandskreisen erfuhr.

Ob die Reform tatsächlich so kommt wie von Trump angekündigt, ist höchst...

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

02.05.2017, 12:15 Uhr

Sehr geehrter Herr Greive,

in Ihrem Artikel zitieren Sie eine leibhaftige Ökonomin, die wie manch andere Vertreter ihrer Zunft eine steile These vorträgt. Danach ist von Trumps geplanter Senkung der Körperschaftssteuer kein langfristiger Wachstumsschub zu erwarten. "Die US-Wirtschaft befindet sich bereits an der Grenze zur Vollbeschäftigung". Mag sein.

Aber wenn eine Firma beispielsweise 100 Mill. Dollar weniger Körperschaftssteuer zu entrichten hat, muß sie mit dem eingesparten Geld nicht unbedingt zusätzliche Arbeitskräfte einstellen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, 100 Mill. Dollar nutzbringend zu verwenden. Man könnte beispielsweise den Maschinenpark modernisieren und gleichzeitig in die Weiterbildung der Mitarbeiter investieren. Oder man steckt das Geld in Forschung und Entwicklung und bringt neue Produkte auf den Markt. Beide Vorschläge zielen ab auf die stärkere Nutzung des technologischen Fortschritts, der nach jedem Ökonomielehrbuch die Hauptquelle des wirtschaftlichen Wachstums ist.

Oder wie wäre es, mit den eingesparten 100 Mill. Dollar die Auslandsmärkte zu erobern? Zusätzliche Filialen und Servicestationen sollten auch mehr Wirtschaftswachstum bringen. Oder man könnte im Ausland einen Konkurrenten übernehmen. Oder. Oder.

Frau Edelgard Kah

02.05.2017, 12:56 Uhr

Sehr geehrter Herr Greive,

ich bin für Argumente. Aber auch dafür, den Standpunkt des anderen kritisch zu hinterfragen. In Ihrem Artikel zitieren Sie auch den DIW-Präsidenten Marcel Fratscher "Die angekündigten Steuersenkungen werden nicht mehr als ein Strohfeuer auslösen". Eine Begründung für seine Ansicht gibt der DIW-Präsident nicht.

Würde er Ihren Artikel einmal aufmerksam lesen, käme er auf das Stichwort "Steuersenkungswettlauf zwischen den Industrienationen". Eigentlich sollte klar sein, dass ein attraktiver Produktionsstandort Firmen aus der ganzen Welt anzieht und dass der langanhaltende Prozeß der Produktionsverlagerungen alles andere als ein Strohfeuer ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×