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04.04.2017

15:59 Uhr

Verfassungsreferendum in der Türkei

Zitterpartie für die Wirtschaft

VonGerd Höhler

PremiumMit wachsender Ungeduld blickt die Wirtschaft in der Türkei auf das Verfassungsreferendum. Viele Unternehmer hoffen insgeheim, dass Präsident Erdogan das Votum gewinnt. Sie sehnen sich nach politischer Stabilisierung.

Die Inflation stieg im März auf den höchsten Stand seit 2008. Matthew Williams-Ellis/robertharding/laif

Großer Basar in Istanbul

Die Inflation stieg im März auf den höchsten Stand seit 2008.

IstanbulDer Präsident hat große Pläne. Bis 2023, wenn sich die Gründung der Republik zum hundertsten Mal jährt, will Recep Tayyip Erdogan die Türkei in die Liga der zehn weltgrößten Wirtschaftsnationen führen. Doch dazu brauche er das Präsidialsystem, das mehr Macht in seinen Händen bündele, argumentiert Erdogan bei seinen Kundgebungen. Auch Premierminister Binali Yildirim erwartet von dem neuen Regierungsmodell schnellere Entscheidungen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik: „Das gegenwärtige System kann mit dem Wirtschaftswachstum der Türkei nicht Schritt halten, wir verschwenden Zeit und Energie“, sagte Yildirim.

Glaubt man der Regierung und den jüngsten Daten der staatlichen Statistikbehörde Turkstat, zeichnet sich das...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

04.04.2017, 17:11 Uhr

Sehr geehrter Herr Höhler,

Ihren Artikel muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da erzählen Sie von einem deutschen Unternehmer, der die Verfassungsreform von Erdogan nicht gut heißt. Auf der anderen Seite möchte er auch nicht, dass Erdogan mit seinen Plänen scheitert. Sonst seien neue Repressalien und politische Turbulenzen zu befürchten.

Eigentlich sollte klar sein: Ein Politiker, der sich des gesamten Staatsapparates bemächtigt hat, ist ungleich gefährlicher als ein anderer, der in Wahlen um politische Mehrheiten kämpft. Vielleicht schenken Sie Ihrem Unternehmer einmal ein Buch über "Hitlers Machtergreifung".

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