Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2016

16:09 Uhr

Auswirkungen der Franken-Kursfreigabe

Frostiges Klima in der Schweiz

VonHolger Alich

PremiumEin Jahr nach Aufhebung der Franken-Kursgrenze treten die Folgen immer deutlicher zu Tage. Tausende Jobs gingen verloren – und die Anpassungen gehen weiter. Manche Unternehmer werden erfinderisch.

Auch der Tourismus leidet unter der Kursfreigabe des Franken. ap

Schweizer Schneeidylle

Auch der Tourismus leidet unter der Kursfreigabe des Franken.

ZürichSchweizer gelten als fleißig und einfallsreich. Wie Berno Stoffel. Als die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor einem Jahr den Franken-Kurs zum Euro freigab, erfand der Tourimusdirektor von Grächen einfach seinen eigenen Mindestkurs: Gäste können im Walliser Bergdorf Hotelzimmer und Skipass in Euro bezahlen – zum festen Kurs von 1,30 Franken je Euro.

„Das brachte uns 2015 ein Plus bei den Buchungen aus Deutschland um 15 Prozent“, freut sich Stoffel. Hotels und Gastwirte würden mit den Euros im Ausland bezahlen, so dass unter dem Strich der effektive Preisnachlass noch sieben bis acht Prozent betragen würde.

Doch Stoffels Lösung funktioniert leider nicht...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Erwin Dufner

11.01.2016, 19:48 Uhr

Die Schweiz hat noch immer einen hohen Warenüberschuss gegenüber Deutschland.
Ich sehe am Einkaufstourismus keine negativen Folgen, ganz im Gegenteil. Die Schweizer holen sich dadurch nur Waren für die Maschinen, die sie nach Deutschland exportieren. Was sollen wir Schweizer denn mit den EUR-Scheinen tun? Warten, bis sie noch weniger wert sind? Das kann wohl nicht die Lösung sein. Vernünftige Volkswirte denken eben immer in Waren, nicht in Geldeinheiten.
Dass die Freigabe des Wechselkurses natürlich Arbeitsplätze gekostet hat, ist klar und schmerzlich. Vor allem für die, die ihre Stelle verloren haben. Auf mittlere Sicht wird sich das allerdings wieder legen. Die Unternehmen werden Anpassungen durchführen, um die Produktivität zu erhöhen. Der Währungsdruck wird das beschleunigen. Ging Deutschland ja auch immer so mit der DM.
Wie sieht es denn bei Deutschland aus? Deutschland exportiert durch den fallenden EUR natürlich viel mehr Waren. Profitiert Deutschland dadurch? Viele Politiker werden ja nicht müde, diesen Quatsch zu erzählen. Aber was passiert tatsächlich? Dadurch dass diese Dummköpfe nicht müde werden, die Vorteile Deutschlands durch den niedrigeren EUR rauszuschreien, rufen die Länder, die unter dem hohen EUR leiden, nach Entschädigungen. Und Deutschland zahlt ja an viele Länder.
Aber wer zahlt, und wer kassiert die Vorteile des niedirgen EUR-Kurses? Profiteure sind die Arbeitnehmer und Unternehmer der exportierenden Industrie. Zahlen dürfen aber alle. Ist das „gerecht oder gar sozial“?
Für mich nicht!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×