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Special

09.11.2016

19:00 Uhr

US-Wahlanalyse von Gabor Steingart

Der Aufstand

VonGabor Steingart

PremiumDer Wahlsieg des Republikaners Donald Trump ist eine Demütigung für das gesamte Establishment des westlichen Politikbetriebs und der vorläufige Höhepunkt eines Weltbebens. Eine Analyse des Handelsblatt-Herausgebers.

Die politische Energie, die Donald Trump nach oben gespült hat, kommt aus den Tiefen des Volkes. Getty Images

Freiheitsstatue

Die politische Energie, die Donald Trump nach oben gespült hat, kommt aus den Tiefen des Volkes.

Das war keine Niederlage, das war eine Demütigung. Nicht nur für Hillary Clinton, sondern für das gesamte Establishment des westlichen Politikbetriebs. Der Triumph von Trump markiert den vorläufigen Höhepunkt eines Weltbebens, dessen Epizentrum vom Kontinentaleuropa der Populisten Le Pen, Wilders und Petry über die Brexit-Befürworter der britischen Insel nach Amerika gewandert ist, von wo die Schockwellen nun nach Paris, Berlin und Brüssel zurückwirken. 

Hinter dem Rücken der Meinungsforscher haben die amerikanischen Wähler dem Poltergeist Donald Trump die Tür zum Weißen Haus aufgeschlossen. Die Experten sprechen vom „hidden vote“, der vor Nachbarn, Freunden und Vorgesetzten verheimlichten Stimmabgabe für einen politischen Außenseiter. Spätestens mit...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

10.11.2016, 15:33 Uhr

Sehr geehrter Herr Steingart,

sehen Sie mir nach, dass ich Ihren sprachlich und intellektuell sehr hochgestochenen Artikel an einigen Stellen nicht ganz verstehe. Wie wäre es, wenn wir uns mit einfachen Worten unterhielten?

Mein erster Punkt sind die bösen Populisten. Sie sind so böse, weil sie auf komplizierte Probleme einfache und meist falsche Antworten geben.

Mein zweiter Punkt ist, warum die bösen Populisten gewählt werden. Die einfache Antwort: Weil die Regierenden die komplizierten Probleme einfach ausblenden. Nicht einmal diskutieren, geschweige denn lösen. Ist doch wohl klar, dass wegen dieses Versagens Teile des Volkes eine Stinkwut entwickeln.

Soweit so gut. Aber damit nicht alles Gesagte Theorie bleibt und in der Luft hängt, brauchen wir ein Beispiel. Ich wähle als Beispiel die Globalisierung. Sie ist kein blitzartiges Geschehnis, sondern dauerte Jahrzehnte. Viele Jahre, in denen auch die amerikanische Administration Tag für Tag zusehen konnte, wie die Industrialisierung Chinas voranschritt. Und natürlich wußte man auch, dass die chinesischen Fabriken mit einem Zehntel der westlichen Löhne produzieren. Und der amerikanischen Administration blieb sicher auch nicht verborgen, dass im eigenen Land ein Industriezweig nach dem anderen dicht machte.

Soweit mein Beispiel. Es skizziert ein Problem. Ob sich irgend eine amerikanische Regierung je darum gekümmert oder wenistens darüber diskutiert hat, mögen Sie selbst beurteilen.

Dass es Lösungen gegeben hätte, will ich am Beispiel Deutschland aufzeigen. In unserem Land wurde in unzähligen Reden und Vorträgen über Jahre hinweg unaufhörlich vorgetragen, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes nur erhalten können, wenn wir so viel wie möglich in Forschung und Entwicklung investieren, wenn wir an der Spitze des technischen Fortschritts marschieren und unseren Produktionsapparat ständig modernisieren. Nur so entstehen Arbeisplätze, für die es in China keine Konkurrenten gibt.

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