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14.11.2017

19:00 Uhr

Ausstieg aus der Kohlekraft

Die Angst der Industrie vor Blackouts

VonJürgen Flauger, Barbara Gillmann, Dana Heide, Klaus Stratmann

PremiumDie Jamaika-Unterhändler bereiten einen umfassenden Ausstieg aus der Kohlekraft vor. Netzbetreiber Amprion fürchtet erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität der Stromnetze. Im Extremfall drohen Blackouts.

Es reicht nicht, dass genügend Strom im Netz ist. Er muss auch an der richtigen Stelle sein. picture alliance / Martin Schroe

Kraftwerk

Es reicht nicht, dass genügend Strom im Netz ist. Er muss auch an der richtigen Stelle sein.

Düsseldorf, BerlinKeine Frage: Kohlekraftwerke haben langfristig keine Zukunft. „Die Stromerzeugung aus Kohle wird deutlich und kontinuierlich zurückgehen“, sagt Markus Krebber. Der 44-Jährige arbeitet weder für Greenpeace noch für eine andere Umweltschutzorganisation. Er ist Finanzvorstand von RWE, Deutschlands größtem Kohlestromproduzenten und Europas größtem CO2-Emittenten.

Krebber macht sich keine Illusionen. Langfristig passen Kohlekraftwerke, die besonders viel des Treibhausgases CO2 ausstoßen, nicht zum weltweiten Kampf gegen den Klimawandel. Das wird gerade in diesen Tagen deutlich. In Berlin verhandeln Union, FDP und Grüne über den Kohleausstieg. In Bonn versuchen die Vertreter der Vereinten Nationen bei der Weltklimakonferenz, die Klimaerwärmung endlich einzudämmen. Zum...

Kommentare (5)

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Herr Klaus Schäfer

14.11.2017, 19:53 Uhr

Wo ist das Problem. Unsere Superkanzlerin hatt schon den Milliardenteuren Schnellausstieg aus der Kernenergie hingekriegt. Seitdem verbrennen wir wieder Braunkohle, nur dreckiger und teurer als früher. Gut, Atomstrom auch, aber halt nicht von uns. Die französichen und andere Atomkraftwerke an der Grenze sind auch viel sicherer. Also nun der Schnellausstieg aus der Kohle. Natürlich nur in Deutschland. Das Umland verkauft uns dann schon den teuren Atom und Kohlestrom, nur halt wieder etwas teurer. Die Umweltbelastung bleibt natürlich dieselbe, nur etwas teurer. Und Mutti sagt dann: Was hätte ich denn anders machen sollen. Das sagt sie immer, wenn sie danebenliegt. Das Problem an sich bleibt ungelöst, nur eben etwas teurer. Das Ganze addieren wir dann als Energieschutzumlage zu den Stromkosten für den Privatverbraucher. Machen wir mit der Windenergie auch so. Dann wirds halt wieder etwas teurer, aber das hatten wir schon.

Herr Dietmar Schmidt

15.11.2017, 09:45 Uhr

Hat eigentlich schon jemand die Risiken die für die Wirtschaft und Leib und Leben qualifiziert und in die öffentlich Diskussion gestellt, die durch eine Blackout entstehen. Mir ist nicht bekannt, aber vielleicht habe ich was verpasst.

Herr Werner r

15.11.2017, 10:50 Uhr

Wenn es zu einem gesteuerten Blackout kommt, werden wahrscheinlich zuerst große Stromverbraucher zwangsweise abgeschaltet, es entstehen "nur" Produktionsverluste. Sollte es aber zu einem ungesteuerten Blackout kommen, weil vielleicht eine Leitung unerwartet überlastet wird, wird es durch eine Kettenreaktion zu einem Totalausfall des Stromnetzes in Deutschland kommen. Das Wiederanfahren ist heute von einem Braunkohletagebau zusammen mit dem zugehörigen Kraftwerk geplant, da dabei Last und Erzeugung kontrolliert hochgefahren werden können. Soweit ich weiss , wird für das Wiederhochfahren des gesamten deutschen Stromnetzes eine Woche kalkuliert. D.h. in den Gegenden weitab vom Rheinischen Braunkohlerevier wird es eine Woche lang keine Kraftstoffe geben, Notstromaggregate von Krankenhäusern können nicht versorgt werden, Waren in Kühlhäusern werden schlecht, Supermärkte können nicht beliefert werden u.s.w. Es wird tausende Tote geben.

Im Übrigen: Ich habe keine Vorstellung, wie Netze mit vornehmlich Windrädern und Photovoltaikanlagen nach dem Schwarzfall wieder hochgefahren können.

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