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21.07.2017

05:56 Uhr

Autokonzerne in der Sackgasse

Die Zukunft des Diesel

PremiumZu lang hat es sich die Autoindustrie mit dem Diesel bequem gemacht. Nun fehlt ihr die Kraft, sich aus der Abhängigkeit zu befreien. Stattdessen lassen sich BMW, Daimler und VW von unterschätzten Wettbewerbern vorführen.

Beim zurzeit viel diskutierten Selbstzünder-Motor scheint die Frage nicht zu sein, ob er abgeschafft wird, sondern eher wann es soweit ist. Und was an seine Stelle tritt. Thomas Kuhlenbeck

Ist der Diesel vom Aussterben bedroht?

Beim zurzeit viel diskutierten Selbstzünder-Motor scheint die Frage nicht zu sein, ob er abgeschafft wird, sondern eher wann es soweit ist. Und was an seine Stelle tritt.

Düsseldorf, BerlinVor zehn Jahren ging Porsche den bequemen Weg. 2007 trafen sich die Vertriebsmanager des damals noch eigenständigen Sportwagenherstellers zur großen Strategiesitzung. Zu den Teilnehmern zählen die Länderchefs aus Großbritannien, Italien und Spanien. Sie klagen dem damaligen Porsche-Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking ihr Leid: Alle anderen Hersteller von sportlichen Geländewagen (SUVs) hätten inzwischen eine Dieselmotorisierung im Angebot, nur beim Porsche Cayenne gebe es ausschließlich Benziner. Acht von zehn neu zugelassenen SUVs, vor allem bei den Wettbewerbern Mercedes und BMW, sind schon damals mit Dieselmotor unterwegs.

Für Wendelin Wiedeking ist der Fall eigentlich klar: Bei Porsche soll es keinen Diesel...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

21.07.2017, 10:34 Uhr

Sehr geehrte Frau Berschens,

Ihr Artikel hat in einem Punkt Schlagseite. Der Leser bekommt den Eindruck, als hätten die Autohersteller die Millionen von Diesel-Fahrzeugen auf unsere Straßen gebracht. In unserem Gesellschaftssystem sind es jedoch immer noch die Kunden, die Kaufentscheidungen fällen. Es waren Millionen von Kunden, die sich für die überlegene Diesel-Technologie entschieden haben.

Dass die deutschen Hersteller ihren Kunden keine alternativen Antriebskonzepte angeboten hätten, ist dummes Zeug. Neben Benzinern gab es von jeher Erdgasautos. Und seit einer Reihe von Jahren auch Elelktro- und Hybridfahrzeuge. Dass die von allen Herstellern angebotenen Elektrofahrzeuge von den Kunden abgelehnt werden und deshalb ein Schattendasein führen, verschweigen sie wider besseres Wissen. Auch die Gründe dieser Ablehnung, die auf der Hand liegen und in jedem Diskussionsforum wieder und wieder genannt werden, sind für Sie keiner Erwähnung wert.

Dass die Abgasschummeleien und -tricksereien dem Dieselabsatz geschadet haben, wird niemand bestreiten. Aber das eigentliche Problem ist, dass die EU-Normen zum NOX-Ausstoß Messungen auf Prüfständen vorsahen und heute viele Organisationen Messungen im realen Straßenverkehr durchführen. Bei dieser Meßmethode ist der NOX-Ausstoß vieler Dieselfahrzeuge zu hoch. Und die Kunden müssen fürchten, ein paar Jahre später vom Gesetzgeber mit Fahreinschränkungen belegt zu werden.

Den NOX-Ausstoß wesentlich zu verringern, ist eine technologische Herausforderung. Ich bin mir sicher, dass die deutschen Hersteller sie bewältigen und die Kunden auch bereit sind, die Mehrkosten zu bezahlen.

Abgesänge auf die deutsche Autoindustrie? Na dann singt mal schön und bestellt weiter Eure tonnenschweren und PS-starken SUVs.

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