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05.10.2015

14:44 Uhr

Folgen der VW-Krise

Wolfsburg – eine Stadt am Tropf

VonChristian Wermke

PremiumDie Dieselaffäre stürzt nicht nur VW und seine Zulieferer in die Krise, sondern auch den Ort, den es ohne das Werk überhaupt nicht geben würde: Wolfsburg. Porträt einer verängstigten Gemeinde.

Mehr als 70.000 Menschen arbeiten im VW-Werk. ap

Schichtwechsel am Tor 17

Mehr als 70.000 Menschen arbeiten im VW-Werk.

WolfsburgEs ist später Abend in Wolfsburg, Schichtwechsel in der größten Industrieanlage Europas. Die VW-Arbeiter schieben sich durch die Werkstore zu den langen Tunneln, die sie auf die andere Uferseite des Mittellandkanals bringen, zu den Parkplätzen, zum Bahnhof. Die beleuchteten Treppenaufgänge sind kameraüberwacht. Mit Journalisten reden will hier niemand. Die meisten winken ab, schütteln den Kopf, halten sich den Zeigefinger vor den Mund. Und die wenigen, die das Schweigegelübde brechen, nennen ihre Namen nicht.

In der „Tunnel-Schänke bei Bruno“, knapp 200 Meter von der Unterführung zu Tor 17 entfernt, trinkt ein Mann sein Feierabendbier. Er ist Mitte 30, gehört...

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