Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2017

11:34 Uhr

Kommentar zu Kartellvorwürfen

Die Autobranche braucht einen radikalen Schnitt

VonGrischa Brower-Rabinowitsch

PremiumDie Autobranche steckt in einem Riesenschlammassel. Es muss endlich Schluss sein mit Tricksen und Täuschen. Doch der Neuanfang gelingt nur, indem man Köpfe austauscht – angefangen ganz oben. Ein Kommentar.

Abgasskandal und Kartellabsprachen haben den Ruf der deutschen Autokonzerne ruiniert. dpa

Dieselauspuff

Abgasskandal und Kartellabsprachen haben den Ruf der deutschen Autokonzerne ruiniert.

Es ist ein erbärmliches Bild, das die deutsche Automobilindustrie abgibt. Selten hat es eine Branche geschafft, in so kurzer Zeit das eigene Image zu zerstören. Noch vor wenigen Jahren wurden wir in Deutschland beneidet um unsere erfolgreichen Autobauer, die technologisch Maßstäbe setzen und feinste Gewinne einfahren. Heute stehen die größten Unternehmen da als Trickser, Betrüger und Zauderer.

Der Kartellverdacht gegen VW, Daimler, Audi, BMW und Porsche ist dabei auf fruchtbaren Boden gefallen. Verdacht hin oder her, man traut der Branche inzwischen alles zu. Den Boden hatten schließlich der VW-Dieselskandal, die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bei Daimler und Zulieferer...

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

25.07.2017, 12:21 Uhr

Ich habe dieses Sensationsgedönse und das bashing der Autoindustrie gründlich satt. In unserer Rechtsordnung muß man für Straftaten büßen. Das gilt auch für die Autoindustrie, sie wird hohe Strafzahlungen aufbringen müssen. Den moralischen Zeigefinger von Handelsblattredakteuren, die jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treiben, wird die Autobranche überleben.

Eine andere Frage ist, ob in den Führungsetagen Köpfe rollen sollen. Nichts dagegen, wenn man sich von Managern trennt, die nachweislich gegen Recht und Gesetz verstoßen haben. Aber bitte nicht mit dem Rasenmäher alle Unschuldigen entlassen.

Und dann das Thema Imageverlust. Vielleicht könnten wir ihm durch Einstellung von Heiligen begegnen? Ist aber ein bißchen schwierig. Ich würde eher dafür plädieren, dass wir der Autoindustrie künftig schärfer auf die Finger sehen. Die Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen kontrollieren. So verfahren wir in allen Lebensbereichen.

Herr Eckard Hofmeister

25.07.2017, 13:06 Uhr

Sie sprechen ein Urteil bevor überhaupt die Ermittlungen richtig angefangen haben bzw. auch nur annähernd abgeschlossen sind. Sie maßen sich an Schlüsse zu ziehen, die, Stand heute, jeglicher Grundlage entbehren. Was soll das? Diese Vorgehensweise ist höchst unfair und keinesfalls sachgerecht. Das hat mit seriösem Journalismus nichts zu tun. Eine freie Medienlandschaft soll berichten und informieren. Und gerne auch kommentieren. Aber auch das bitte auf der Grundlage von Tatsachen und nicht auf der Grundlage von Spekulationen. Das öffentliche Bashing von Unternehmen oder Personen sollte kein Stilmittel einer seriösen Zeitung sein. Wir leben in einem Rechtsstaat der alle Mittel zur Verfügung hat eine neutrale Ermittlung durchzuführen und dann ggfls. entsprechende Schritte einzuleiten und am Ende steht dann auch ein Urteil. Ihr Kommentar in dieser Form zum jetztigen Zeitpunkt ist überflüssig dem Handelsblatt nicht würdig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×