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18.06.2017

21:40 Uhr

Medien und der Tod Helmut Kohls

Journalismus auf halbmast

VonThomas Tuma

PremiumMehr medialer Weihrauch, Seligsprechung, ja: Heiligenverehrung wie an diesem Wochenende zum Tode Helmut Kohls war selten zu beobachten. Wieso verlieren viele Medien plötzlich jede Kritikfähigkeit? Ein Kommentar.

Titelseiten in schwarz-weiß.

Nachrufe auf Helmut Kohl

Titelseiten in schwarz-weiß.

Es kommt selten vor, dass sich die links-alternative „taz“ bei irgendwem entschuldigt. Schließlich haben die Berliner einen Ruf zu verteidigen als letztes Revolutions-Leitorgan aller veganen Prenzlberg-Mütter und in die Jahre gekommener Sozialkundelehrer. Aber am Wochenende musste Chefredakteur Georg Löwisch eingestehen: „Das ging daneben.“

Was war geschehen? Hatte seine Zeitung dazu aufgerufen, die amtierende Grünen-Spitze zu disliken? Viel schlimmer: Am Samstag titelte die „taz“ zu einem Foto bunten Grabschmucks mit Helmut Kohls altem Klassiker von den „Blühenden Landschaften“. Natürlich war das ebenso bösartig wie billig, geschmack- und niveaulos. Aber der Sturm der Entrüstung war dann doch derart gewaltig, dass Löwisch ganz...

Kommentare (3)

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Herr Georg Th. Kiss

19.06.2017, 12:29 Uhr

"dass wir der Macht zu nah sind, dass wir unsere Wächterfunktion zu wenig wahrnähmen,"
Wie wahr!
Auch wenn man es nur am Beispiel der Nachrufe auf Helmut Kohl feststellt, das fehlen dieser Wächterfunktion gegenüber der aktuellen Machtelite ist Realität. Das in Folge dessen auch Bewegungen in extremer Politik stattfanden ebenso. Leider.

Herr Gerhard Fuchs

19.06.2017, 13:57 Uhr

Stimme voll zu. Was die Springer-Presse hier an Kohl-Verehrung ausschüt, hat mit journalistischer Begleitung eines Todesfalls nichts mehr zu tun. Es ist der posthume Dank für die exklusive Bevorzugung die das "System Kohl" den Springer-Granden, einschl. der Verlegerin gewährt hat.
Und wie sich Kohl-Bewunderer Kai Dirkmann im Moment im (!) Trauerhaus Kohl aufführt, ist nur peinlich.
Die weiss Gott kohlfreundliche lokale Tageszeitung Rheinpfalz hat schon leicht pikiert festgestellt: Die Anteilnahme der Bevölkerung hielt sich bisher in Grenzen....
Wohl war, die "normalen" Ludwigshafener haben eine zunehmend kritische Beurteilung zu Ihrem sicher bedeutendsten Sohn der Stadt eingenommen. Insbesondere das private Chaos das der "Alte" hier angerichtet oder zumindest zugelassen hat, hat die Menschen sehr befremdet. Der Altkanzler hat hier allenfalls betroffenes Mitleid und Kopfschütteln und weniger Bewunderung über die Jahre angehäuft....

Frau Chris Meier

20.06.2017, 17:11 Uhr

Schämen Sie sich, für die widerlichen Andeutungen/ Suggestionen z.B. Selbstmord. Bei Ihrem Tod wird dann jeder "kritikfähig" den wahren oder eingebildeten Dreck über Sie abladen... So wie sie das anderen wünschen!?

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