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23.03.2017

21:00 Uhr

Porsche/Piëch-Clan

Fremd im eigenen Reich

VonMartin Murphy, Markus Fasse

PremiumDie Familie Porsche/Piëch ist eine der reichsten Unternehmensdynastien Europas. Doch mit dem Rückzug von Ferdinand Piëch drohen die Clans den Einfluss auf ihr großes Erbe zu verlieren. Die Schuld daran tragen sie selbst.

Der VW-Patriarch stellt seine Anteile an der Porsche SE zum Verkauf. Reuters, Sascha Rheker

Ferdinand Piëch

Der VW-Patriarch stellt seine Anteile an der Porsche SE zum Verkauf.

Wolfsburg, MünchenIn der Chronik der Porsches und Piëchs ist der 25. April 2015 der Schicksalstag. An diesem frühlingshaften Samstag treffen sich die Spitzen des Aufsichtsrats von Volkswagen im schmucklosen Konferenzzentrum des Braunschweiger Flughafens. Ziel der hastig einberufenen Runde: die sofortige Ablösung Ferdinand Piëchs als Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Der Patriarch hat sich mit seiner Attacke auf den damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn in eine unhaltbare Position manövriert. Entschlossen stellen sich sein Cousin Wolfgang Porsche, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Betriebsratschef Bernd Osterloh und Gewerkschaftsboss Berthold Huber gegen den eben noch Unantastbaren.

Die geschlossene Front zeigt Wirkung. Nach kurzer Diskussion treten...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

24.03.2017, 14:07 Uhr

Sehr geehrte Herren Redakteure,

in Ihrem Artikel erwecken Sie den Eindruck, die Clans der Porsches und Piechs seien seit Menschengedenken Eigentümer von VW und hätten die Firma an die Weltspitze gebracht. "Jahrzehntelang hat der Erfindergeist und der unternehmerische Wagemut der Piechs und der Porsches die Branche geprägt" schreiben Sie. Mag sein. Aber nur die Sportwagenbranche. Die beiden Clans waren fast die gesamte Nachkriegszeit über nur Eigentümer der Sportwagenfirma Porsche.

Die Mehrheit der VW Stammaktien hat die Porsche Holding vor nicht einmal 10 Jahren übernommen.

Mag sein, dass es der bald 80jährige Ferdinand Piech und sein 73jähriger Cousin Wolfgang Porsche unterlassen haben, Nachfolger für Führungspositionen aufzubauen.

Aber ob das nun ein nationales Unglück ist, darf bezweifelt werden. Schon zu Zeiten der ehemals selbständigen Sportwagenfirma Porsche war geregelt, dass Mitglieder der Eigentümerfamilien keine Funktion in der Geschäftsführung übernehmen dürfen.

Ob nunmehr Vertreter der beiden Clans sich bei VW engagieren wollen, steht in den Sternen. Einen Zwang dazu gibt es nicht. Es gibt beispielsweise sehr erfolgreiche Stiftungsunternehmen wie die Robert Bosch GmbH, wo eine hochkarätig besetzte Treuhandgesellschaft die wirtschaftlichen Entscheidungen trifft.

Zum Schluß noch eine Randbemerkung. Wer maßgeblich zum Aufstieg der Firma VW beigetragen hat, schildern Sie voll der Bewunderung. Aber über die Verantwortung für den millionenfachen Betrug im Rahmen von "Dieselgate", verlieren Sie kein Wort. Glauben Sie wirklich an das Märchen von subalternen Entwicklern, die aus eigenem Antrieb und klammheimlich ihrer Firma schweren Schaden zugefügt haben?

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